Dorfkirche Kirch Kogel (Gemeinde Reimershagen)

Die frühgotische Backsteinkirche besitzt einen gegen das Schiff eingezogenen, quadratischen Feldsteinchor mit kräftigen, diagonal gestellten Strebepfeilern, der bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Das Schiff mit dem in den Bau hereingezogenen Westturm wurde im 14. Jahrhundert angefügt. In der Ostwand sitzt in tiefen Nischen eine gestaffelte Dreifenstergruppe. Über einem Deutschen Band stehen im Giebel zwölf aufgelegte Spitzbogenblenden als Symbol für die zwölf Jünger Jesu, darüber eine Kreuzigungsgruppe aus Blendenkreuz und paarig angeordneten Spitzbogenblenden. Auch der Ostgiebel des Schiffes ist mit Blendenschmuck versehen. Die Chorfenster an Süd- und Nordseite sind paarig angeordnet und sitzen ebenfalls in tiefen Spitzbogennischen mit Backsteinleibungen. Auf der Südseite ist der Priesterpforte eine Eingangshalle mit blendengeschmücktem Giebel vorgesetzt. Die Südportale am Schiff wurden zugesetzt, ebenso das Nordportal. Die Fenster des Schiffes wurden neugotisch verändert; die dreibahnig gestaffelten und von aufgestellten Rundstäben getrennten Fenster sind von gestuften Spitzbogenleibungen gefasst. Schiff und Turm wurden auf einem Granitsteinsockel errichtet. Das Westportal ist ein vielfach gestuftes Spitzbogenportal, darüber eine profilierte Blende. Das Obergeschoss des Turmes zeigt fünf schlanke Spitzbogenblenden auf der Westseite, ebenso die Glockenstube, hier aber an allen vier Seiten und mit integrierten Schallöffnungen.
Während der Chor von einem Rippengewölbe überspannt wird, schließt das Kirchenschiff mit einer flachen Holzbalkendecke ab. Reste von Wand- und Gewölbemalereien wurden freigelegt.
Im Innern fällt ein Flügelaltar mit Kreuzigungsdarstellung und Schnitzfiguren aus dem 15. Jahrhundert in den Blick. Der Altaraufsatz wurde 1883 restauriert und erhielt ein Predellabild mit einer Darstellung des Abendmahls. Die schlichte hölzerne Kanzel stammt aus dem Jahr 1671.
Die bedeutende Lütkemüller-Orgel aus dem Jahr 1872 wurde 1995 von der Firma Kampherm und Steinecke aus Verl restauriert.
Die Granittaufe aus dem 13. Jahrhundert stand lange Jahre im Außenbereich der Kirche, nun wird sie wieder als Taufstein genutzt.
An der Schiffsnordwand hängen zwei Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus den zum Kirchspiel gehörenden Dörfern.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer umgeben. Auf dem Friedhof liegen auch einige alte Grabplatten. Auf der Nordseite der Kirche steht das alte Pfarrhaus. Jedes Jahr von Ende Mai bs Anfang Juni findet in Kirch Kogel ein Jugendtreff evangelischer Jugendlicher aus ganz Deutschland statt. Im Osten erstreckt sich das ehemalige Gutshaus.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997