Dorfkirche Serrahn (Gemeinde Kuchelmiß)
St. Nikolai

1229 belehnte Herzog Nikolaus von Werle seinen getreuen Ritter Eckhard I. von Hahn mit Kuchelmiß und Serrahn. Dieser baute als Patron um 1240 diese Backstein-Kirche, die am 2. Dezember 1240 als Nikolaikirche geweiht wurde, genannt nach dem Heiligen Nikolaus, Bischof von Myra, nach dem mecklenburgischen Fürsten Nikolaus v. Werle und nach dem Sohn des Erbauers, Nicolaus I. von Hahn, dem zweiten Grundherrn dieser Kirche.
Die Reformation fand 1532 Einzug in diese Kirche, 1567 wurde die erste vollständige plattdeutsche Bibel durch Herzog Ulrich v. Mecklenburg nach Serrahn gebracht und 1580 die CONCORDIA eingeführt, womit die lutherische Lehre zur Norm erhoben wurde.
Die heutige Gestalt erhielt die Kirche bei Umbau und Erweiterung zur Kreuzkirche in den Jahren 1872/73 unter dem Patron Graf Max von Hahn.
Die Ziegelsteine dazu wurden in der Serrahner Ziegelei gebrannt.
Der gesamte Innenraum ist gewölbt, wobei das Chorgewölbe und ein Gewölbe im Schiff bereits aus der Erbauerzeit stammen, die übrigen drei Gewölbe stammen von 1872.
1945 wurde der Innenraum der Kirche verwüstet. Bei der Renovierung 1963 wurden die hinteren Seitenemporen ausgebaut und die geschnitzte Kanzel entfernt sowie der Altarsockel von 1872 freigelegt und eine neue Kanzel und ein Taufstein gemauert.
Das ehemalige Altarbild "Christus am Kreuz, mit Johannes, Maria und Maria Magdalena", von PFANNENSCHMIDT 1873 gemalt, bekam seinen Platz in der nördlichen Seitenkapelle. Dort steht auch die neugotische Taufe.
Das südliche Seitenschiff wird von der verglasten herrschaftlichen Loge ausgefüllt. An der hölzernen Brüstung prangt das Wappen der Familie von Hahn. Die Wappenscheibe im südöstlichen Fenster zeigt aber das Wappen der Familie von Sachsen-Altenburg (?), die das Gut von der Familie v. Hahn Ende des 19. Jahrhunderts übernahmen.
Der wertvolle Orgelprospekt stammt von 1740, der Orgelbauer ist nicht bekannt.
1863 erfolgte eine umfassende Renovierung durch Friedrich Wilhelm Winzer. Die flache Bretterdecke über der Orgel zeigt eine Bemalung.
Im Turmraum befindet sich die Winterkirche. Auf dem kleinen Altar liegt das Gedenkbuch für die Gefallenen der beiden Weltkriege.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben, dessen Mauer von mehreren Portalen durchbrochen wird.
Seit 1998 ist die ev.-luth. Kirchgemeinde Klaber-Serrahn vereinigt.
Zur Kirchgemeinde Serrahn gehören die Ortschaften: Serrahn, Serrahn Hof, Wilsen, Wilser Hütte, Hinzenhagen, Kuchelmiß, Seegrube, Ahrenshagen und Koppelow.
(weitere Quelle: Informationstafel und Blätter in der Kirche)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997