Dorfkirche Buchholz b. Rostock

In den Jahren 1876-1878 wurde in Buchholz bei Rostock eine neugotische Backsteinkirche erbaut. Der heutige Ziegelbau in Kreuzform mit einer polygonalen Chor-Apsis entstand zwischen 1923-1925 auf den alten Grundmauern der nach einem Brand am 1. Mai des Jahres 1914 zerstörten Kirche, dem Großfeuer fielen auch die Pfarrscheune und die Küsterscheune zum Opfer. Gerettet werden konnten der Taufstein und das Altargemälde von Elisabeth Strempel, Berlin, von 1883.
Die neue Kirche besticht durch ihren schlanken Westturm mit dem achtseitigen Spitzhelm und den einheitlichen, filigranen Formen in den roten Backsteinfarben bis hin zum Ziegeldach.
Der Innenraum beeindruckt durch seine lichtdurchfluteten Gewölbe mit den farblich hervorgehobenen Architekturgliedern. Die barocke Ausstattung, bestehend aus einem Altaraufsatz von 1728 und einer Kanzel aus dem Jahr 1740, passt sich ebenfalls hervorragend in das Gesamtbild ein. Drei spätgotische Schnitzfiguren werden in der Kirche aufbewahrt.
Eine Orgel des mecklenburgischen Hoforgelbaumeisters Marcus Runge, 1930 gebaut, ersetzt die Orgel von Friedrich Friese, das Instrument wurde 2007 durch Orgelbaumeister Andreas Arnold restauriert.
Im Turm hängen zwei Glocken: eine aus der Zeit um 1400 aus der Werkstatt Johannes Reborch und eine von 1928 aus der Lübecker Werkstatt M.&O. Ohlsson.
Auf dem die Kirche umgebenden Friedhof befindet sich eine kleine quadratische Grabkapelle mit einem säulenflankiertem Portal und einem flachen Pyramidendach sowie ein aus einem großen Findling bestehendes Kriegerdenkmal für die 55 aus der Gemeinde gefallenen Kriegern des Weltkrieges von 1914-1918. Die Namen der Gefallenen sind auf den Gewölbebögen über den Eingängen zu den Seitenräumen angebracht.
An der Seitenwand des der Kirche gegenüberliegenden Pfarr- bzw. Gutshauses befindet sich eine eingelassene Tafel mit acht Paaren von Allianzwappen mecklenburgischer Adelsfamilien, z.B. von Moltke, Lewetzow, Flotow, Oertzen oder Bibow.
Die Kirche in Buchholz wird seit Herbst 2004 in den Abendstunden äußerst stimmungsvoll angestrahlt.
(weitere Quelle: Informationstafel an der Kirche)

 

Quellen:
Orgel wieder zum Klingen bringen, Zeitungsartikel, Nadine Schuldt, NNN, 2007