Dorfkirche Kavelstorf

Der eindrucksvolle Feldsteinbau, bei dem Backsteine nur zur Ausbildung der Fenster- und Portalgewände sowie für die Gewölbe verwendet wurden, ist um die Mitte des 13. Jh. von westfälischen Siedlern als Wehrkirche im Ostteil begonnen und gegen Ende des Jahrhunderts vollendet worden.
Der rechteckige, gegen das einjochige Schiff leicht eingezogene Chor besitzt schmale, rundbogig geschlossene Fenster und Portale, das Schiff die für die Übergangszeit typische Dreifenstergruppe.
Der massige schiffsbreite Turm ist nach innen zur Orgelempore voll geöffnet und innen flachgedeckt.
An dem zuletzt errichteten Turm befindet sich auf der Südseite ein jetzt teilweise im Erdreich stehendes Spitzbogenportal mit innerer, kleeblattförmiger Öffnung. Der obere Teil des Turmes ist achteckig, als Bekrönung dient ein hölzerner, barocker niedriger Helm.
Chor, Schiff und Sakristei werden von kuppeligen, achtteiligen Kreuzrippengewölben überspannt, die im Chor mit dekorativen Kreuzen und Scheitelringen verziert sind.
An der inneren Ostwand haben sich Reste mittelalterlicher Wandmalerei in Putz-Ritz-Technik erhalten. Noch erkennbar sind Darstellungen der Grablegung und Himmelfahrt Christi.
Unter dem Altarraum befindet sich eine Gruft aus dem 17. Jahrhundert, hier wurden die Viettinghoffs beigesetzt, die Gruft ist inzwischen leer. Im Nebenraum auf der Westempore stehen renovierungsbedürftige Wappenepitaphe, einer von ihnen gehört zur Familie Viettinghoff, der andere zeigt das Wappen der von Oertzen.
Die Innenausstattung ist vorwiegend neugotisch. Im Altarraum steht ein einfacher Altartisch mit Holzkreuz. Der neugotische Altaraufsatz ist an die südliche Schiffswand verlagert, das Altarbild zeigt den betenden Jesus am Ölberg im Garten Gethsemane.
Im Chorraum stehen an Süd- und Nordwand das Pastoren- bzw. Patronatsgestühl.
Die hölzerne Kanzel zeigt am Korb in Maßwerkrahmungen vier Schnitzfiguren (u.a. Petrus, Moses, Johannes). Zur Ausstattung gehören noch ein Lesepult, die achteckige Taufe aus Bronze, zwei alte Grabplatten sowie zahlreiche Gedenktafeln für die Opfer der vielen Kriege. Auf der Orgelempore befindet sich eine Orgel von Winzer aus dem Jahr 1860 mit einem dreiteiligen neugotischen Prospekt.
Die Kirche steht auf einem Hügel und der Kirchhof wird von einer Mauer umschlossen. Der alte Friedhof ist längst aufgelassen und rekultiviert, so dass der Platz im Sommer ein frisches, sattes Grün zeigt. In westlicher Richtung liegt das alte Pfarrhaus. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges befindet sich nördlich der Kirche auf dem Platz vor der Schule. Der neue Friedhof liegt einige Meter in südliche Richtung von der Kirche entfernt. Dort befindet sich eine kleine Friedhofskapelle.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Die Kavelstorfer Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert, Flyer, Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Kavelstorf e.V.,