Dorfkirche Lohmen

Die rechteckige Kirche mit dem eingezogenen Chor mit Nordsakristei wurde im 13. Jahrhundert aus sauber geschichteten Feldsteinquadern errichtet, auch das Untergeschoss des quadratischen Westturmes besteht aus Feldstein.
Nur an den Giebeln, den Leibungen der Fenster und an den (heute zugesetzten) Portalen des Langhauses finden sich Elemente aus Backstein, auch das jüngere obere Stockwerk des Glockenturms wurde aus Backstein errichtet.
Beim Betreten der Kirche fallen sofort die umfangreichen Wand- und Gewölbemalereien auf.
Die ursprüngliche Bemalung geht auf das 15. Jahrhundert zurück.
Allerdings entstand bei der Restaurierung 1872/73 durch den Maler Andreae die heute zu bewundernde, in unserer Region fast einmalige, nahezu vollständige Ausmalung im Stil der Nazarener, einer 1809 in Wien gegründeten Vereinigung österreichischer und deutscher Maler.
Weitere Kostbarkeiten der Kirche sind ein Triumphkreuz und ein kleiner Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert.
Die Lütkemüller-Orgel von 1881 stellt ebenfalls eine Besonderheit in den Kirchen Mecklenburgs dar.
Das gotische Chorgestühl ist mit reichen Schnitzereien versehen. Der heutige Hauptaltar hat einen flachen hölzernen Aufsatz mit einem hohen, von vier Leuchtern flankierten Kruzifix. Die neugotische Kanzel fügt sich passend in das Ensemble ein. Im Chor hängt auf der Nordseite ein Bild-Epitaph des Pastors Vincentius Lucovius, der 1640 seinen Dienst antrat und 38 Jahre bis zu seinem Tod 1679 in Lohmen wirkte. Das Bild wurde von seinem Sohn, Bernhardus Lucovius gestiftet. Im Schiff hängen auf der Nordseite zwei Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und die Veteranen der 1870/71er Feldzüge.
Im Turm hängen drei Glocken ohne Inschrift, die noch von Hand geläutet werden.
Vor dem Kirchhof steht im Süden das Kriegerdenkmal ebenfalls für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. 
Der Friedhof der Gemeinde befindet sich am Dorfrand in der Nähe des Lohmer Sees. Den neuen Begräbnisplatz ließ 1873 Pastor Gustav Lierow (1813-1891) anlegen. Lierow war ein Freund von John Brinckman, zusammen mit seiner Frau ist er auf dem Friedhof beigesetzt. Am Eingang steht eine Kapelle aus Backstein. Auf dem Friedhof befindet sich auch eine Soldatengrabstätte.
(weitere Quelle: Informationstafel am Friedhof)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997