Dorfkirche Hornstorf
Hl. Laurentius

Das im östlichen Teil der Propstei Wismar gelegene Dorf erhielt seine Kirche in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Anlässlich einer geistlichen Streitsache wurde die Kirche zu Hornstorf im Jahr 1327 erstmals urkundlich erwähnt.
Die einschiffige Backsteinkirche wurde als dreijochiger Saalbau mit polygonalem Ostschluss aus dem Achteck auf einem Granitsteinfundament errichtet und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts um die Sakristei und die südliche Vorhalle erweitert. Beide Anbauten zeigen reichhaltigen Dekor, für den die Bauornamentik der Wismarer Stadtkirchen Vorbild gewesen ist. Über einem Vierpassfries aus Formsteinen ist der Giebel der südlichen Vorhalle mit einer aus Backstein gebildeten, elfteiligen Maßwerkrosette verziert.
Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde zudem damit begonnen, den schlichten aber wandstarken, quadratischen Westturm mit Walmdach zu errichten.
1650 fand Pastor Christian Köppen das Innere der Kirche nach dem 30-jährigen Krieg völlig zerstört vor. Das wertvollste Stück der Ausstattung ist die Renaissance-Kanzel von 1651 mit den Darstellungen der vier Evangelisten auf den Korbwangen und den Gemälden von Moses und Aaron an den Aufgangsfeldern. Leider sind derzeit nur die Bilder am Aufgang ersichtlich.
Im Altarraum befindet sich ein geschnitztes Kruzifix aus spätgotischer Zeit, das vermutlich von dem nicht mehr vorhandenen Altaraufsatz stammt.
Im Chorgewölbe wurden 1910 mittelalterliche Malereien aus dem Ende des 14. Jahrhunderts freigelegt. Die sehr gut erhaltenen Bilder zeigen die Kreuzigungsszene, den auferstandenen Christus als Friedensstifter, umgeben von den anbetenden Figuren der vermutlichen Kirchenstifter sowie die Figur des Heiligen Laurentius als Namenspatron der Kirche.
Die Orgel auf der Westempore ist ein Werk von Friedrich Friese (III) aus dem Jahr 1886.
Von den 1876 aus zwei französischen Beutekanonen gegossenen Bronzeglocken musste eine im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden, seitdem besitzt die Kirche nur noch eine Glocke.
Seit Nov. 1929 gehört die Kirchgemeinde Goldebee mit eigener Kirche zur Hornstorfer Pfarre.
Aus dieser Zeit stammen wohl auch die Buntglasfenster im Altarraum, von denen das reparierte Ostfenster das Motiv der Kindersegnung (Ev. Matth. 19,13-15) zeigt, erhalten geblieben sind auch noch die Bildnisse der Evangelisten Lukas und Johannes.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zeigte sich das Kircheninnere wiederum in einem völlig zerstörten Zustand: Die Bänke waren verbrannt, der Altar beschädigt, die Kanzel eingeschlagen und der Fußboden auf der Suche nach alten Gräbern aufgerissen worden. Ab Herbst 1945 wurde die Kirche wieder zum Gemeindegebrauch hergerichtet, nachdem sie als Pferdestall und Vorratslager genutzt worden war. Ab 1979 erfolgte eine Erneuerung von Dach, Fundament und Fenstern sowie eine Renovierung der Orgel und die Errichtung eines neuen Altars. Nach 1990 konnten dank größerer Einzelspenden weitere Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden, so auch die fachgerechte Reparatur des mittleren Chorfensters, Sakristei und Südvorhalle erhielten ein neues Dach.
Vor dem Kirchhof im Süden der Kirche erstreckt sich eine von einem Torbogen und einer Mauer begrenzte Friedhofsfläche, die die Familiengrabstätte der herrschaftlichen Familie von der Lühe beherbergt. Ein Mausoleum, zahlreiche Grabkreuze und ein verwitterter Wappenstein aus dem 19. Jahrhundert verweisen auf die preußische Adelsfamilie.
Der eigentliche Friedhof erstreckt sich etwas südöstlich von der Kirche auf der anderen Seite der Hauptstraße. Hier ruht Heinz Bachler (1908-1967), Pastor zu Hornstorf und Goldebee von 1945 bis zu seinem Tod 1967. Ein Grab erinnert an den polnischen Zwangsarbeiter Tadeusz Langowski, der am 22. April 1945 ermordet wurde.
Im Mai 2006 gründet sich der "Förderverein Kirche Hornstorf e.V.", um durch Einwerben von Spenden, Zuschüssen und eigenen Leistungen die Sanierung zu unterstützen und so die Kirche vor dem Verfall zu bewahren.
(weitere Quelle: Informationstafel am Nordportal der Kirche)

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001
Förderverein Kirche Hornstorf e.V., Flyer, Förderverein Kirche Hornstorf e.V., 2006