Dorfkirche Toitenwinkel (Hansestadt Rostock)

Das heute zur Hansestadt Rostock gehörende Dorf hat sich seinen ländlichen Charakter weitgehend bewahrt. Inmitten des aufgelassenen Friedhofs erhebt sich die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtete Kirche, deren Westturm in seiner heutigen Form erst 1889 errichtet wurde.
Zur gleichen Zeit wurden auch am Chor und Schiff Veränderungen vorgenommen und insbesondere die umfangreichen Fresken an den Wänden und in den Gewölben restauriert.
Die an den beiden Chorwänden verlaufenden Friese zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, die Malereien der Gewölbe illustrieren vorwiegend die Passionsgeschichte.
Hinter dem steinernen Epitaph für Sophie von Stralendorf aus dem Jahr 1623 an der Nordwand des Chores ist auf die Fläche eines zugesetzten Fensters die besonders im Küstenbereich verehrte Figur des Christophorus gemalt.
Die wertvolle Sandsteinkanzel stammt laut Inschrift aus dem Jahr 1601 und ist vermutlich in der Werkstatt des in Mecklenburg tätigen niederländischen Bildhauers Rudolf Stockman entstanden. Ein Allianzwappen verweist auf die Stifter Jürgen Moltke und Frau Margreta, geb. v.Schwerin.
Besonders prächtig ist auch der Flügelaltar mit den zahlreichen Schnitzfiguren aus dem frühen 16. Jahrhundert. Im Mittelschrein ist eine Kreuzigungsszene dargestellt, flankiert von zwei mal drei Heiligenfiguren. In den Flügeln stehen jeweils zwei mal fünf Heiligenfiguren, neben den Aposteln sind es u.a. Georg, Nikolaus oder Mauritius, aber auch weibliche Heilige. Die bemalte Predella zeigt die Kirchenväter.
Die Orgel mit schlichtem neugotischen Prospekt stammt von Friedrich Friese (III) aus dem Jahr 1862. Im nördlichen Seitenschiff wird mit zahlreichen Epitaphien, Wappenschilden und Sandsteintafeln der Patronatsfamilie von Moltke gedacht. An bzw. unter den Emporen der Seitenschiffe hängen Gedenktafeln für die Gefallenen der letzten Kriege.
Von Süden her betritt man den Kirchhof durch ein Backsteintor aus dem 14. Jahrhundert.
Zahlreiche Familiengrabstätten, das Kriegerdenkmal und ein Erbbegräbnis aus rotem Ziegel findet man hier, im Norden schließt sich der alte Friedhof an, im Südosten auf einem abgetrennten Areal befindet sich der Neue Friedhof.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975