Dorfkirche Lichtenhagen b. Rostock

Der stattliche Bau des 14. Jahrhunderts ist eine dreischiffige, dreijochige Hallenkirche aus Feldsteinmauerwerk.
Der leicht gegen das Schiff eingezogene Rechteckchor ist zweijochig.
Der Giebel besteht aus Backstein und zeigt Blendenschmuck.
Während die Nordsakristei ursprünglich ist, wurde die südliche Eingangsvorhalle später angefügt.
An das Langhaus ist im Westen ein kräftiger Turm mit vier blendengeschmückten Schildgiebeln und einem hohen, achtseitigen Helm gesetzt. Chor und Langhaus sind kreuzrippengewölbt.
1890 wurde die Kirche unter Leitung des Baurates Möckel neugotisch restauriert. Während das Äußere dadurch kaum in Mitleidenschaft gezogen wurde, waren die Eingriffe im Inneren erheblich.
Eine aufwendige Neuausstattung und die sehr weitgehende Erneuerung der 1894 aufgedeckten mittelalterlichen Malereien bestimmten nun das Bild. Mit der Restaurierung der Gewölbemalereien geht die 1996 begonnene Sanierung der Dorfkirche Lichtenhagen nach zehn Jahren und umfangreichen Maßnahmen zu Ende.
Die Fünte aus Granit und Sandstein wird noch ins 13. Jahrhundert datiert. Ihr Becken ist mit einem Schuppenmuster überzogen und wird von betenden Figuren getragen. Sie stand viele Jahre im Pfarrgarten.
Die Figur des kreuztragenden Christus stammt aus spätgotischer Zeit.
Die wertvolle Pieta wurde vermutlich bei Kriegsende durch russische Soldaten stark beschädigt. Weiterhin eine Figur der Anna Selbdritt, auch der Hl. Olaf ist nach seiner Restauration seit 2014 wieder in der Kirche zu sehen.
Zu den Kostbarkeiten zählen noch ein altes gotisches  Sakramentshäuschen mit Fialtürmchen, ein ebenfalls spätgotisches Triumpfkreuz mit Evangelistensymbolen an den Enden, jetzt als Altarkreuz aufgestellt, und die Renaissancekanzel (1619) mit Evangelisten-Reliefs.
Die alte Orgel wurde 1976 durch ein Instrument von Jehmlich ersetzt,
An der Westwand hängt die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Auf dem von einer Feldsteintrockenmauer umgebenen Kirchhof befinden sich noch zahlreiche Grabplatten, -kreuze und -wangen aus dem 19. Jahrhundert.
Der neue Friedhof befindet sich im Nordwesten schräg hinter dem Pfarrhof. Dort steht die modene Trauerhalle. Im Eingangsbereich des Friedhofs steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus der Gemeinde Elmenhorst, zu der Lichtenhagen einst gehörte.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975