Dorfkirche Belitz

Die Ursprünge der nach dem Vorbild der Teterower Stadtkirche errichteten Backsteinkirche reichen bis in die Zeit um 1270 zurück, Reste eines romanischen Taufsteins sprechen sogar für die Zeit um 1230. Im 15. Jahrhundert wurde der geräumige Kirchbau abgeschlossen.
An das dreijochige, basilikale Schiff mit flacher Decke im Mittelschiff und beim neugotischen Umbau zwischen 1886 und 1888 eingezogenen Gewölben in den Seitenschiffen schließt sich nach Osten ein zweijochiger, kreuzrippengewölbter Chor mit polygonalem Ostschluss an. Er ist zum Schiff hin durch einen niedrigen, spitz geschlossenen Triumphbogen geöffnet.
Auch die mehrfach durch Wülste profilierten Arkadenbögen sind von gedrungenen Maßen, die darüber angelegte umlaufende Blendenreihe wurde vielleicht beeinflusst von den Triforien älterer gotischer Bauten.
Im mächtigen quadratischen Westturm mit ziegelgedecktem Pyramidenhelm hängen drei Glocken: eine kleine Bronzeglocke von 1372 (umgegossen 1879) und zwei Stahlglocken von 1965.
Bei der Renovierung in den Jahren 1886 bis 1888 wurden neugotische Elemente der Ausstattung hinzugefügt, so z.B. der Altaraufsatz und die Kanzel mit Schalldeckel.
Von den älteren Ausstattungsstücken ist das für M. Schmeker gesetzte Sandstein-Epitaph mit Marmorreliefs von 1602 sehenswert, es ist wahrscheinlich ein Werk aus der Werkstatt von Claus Midow.
Die Orgelempore ist mit Schnitzereien von 1670 geschmückt.
Der Orgelprospekt ist ein Werk aus dem Spätbarock bzw. Rokoko und stammt aus dem Jahr 1784. Die Orgel wurde von dem Rostocker Orgelbaumeister Christian Heinrich Kersten zwischen 1784 und 1786 gebaut, dann nochmal erweitert und durch Friedrich Wilhelm Winzer 1859 umgebaut.
Ein besonderes Kleinod ist eine hölzerne Standuhr von 1788.
Geheimnisvoll sind auch die zahlreichen Sakristeien und Nebenverschläge, die über dunkle Gänge teilweise miteinander verbunden sind.
Auf dem Friedhof fand der Sozialökonom und Agrarreformer Johann Heinrich von Thünen (1783-1850) seine letzte Ruhestätte. Ein Kriegerdenkmal listet die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Kirchspiel auf. Ein Soldatengrab aus dem Mai 1945 und ein Massengrab für 96 Typhus-Tote aus dem Flüchtlingsauffanglager Prebberede befinden sich ebenfalls auf dem Friedhof.
Der Ort Belitz - was im Slawischen soviel wie "weiß,schön" bedeutet - wird erstmals urkundlich im Jahr 1232 erwähnt, die Pfarre und eine Kirche dann im Jahr 1314.
Das kleine Dorf Belitz liegt ca. 30 km östlich von Güstrow zwischen der Verbindung von Laage nach Teterow und gehört zur gleichnamigen ev.-luth. Kirchgemeinde.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997
Die Entwicklung der Orgel - Der Mecklenburgische Orgelbau, Katalog, Mecklenburgisches Orgelmuseum Malchow, Friedrich Drese, G4 grafikdesign Rostock, Stadtdruckerei Weidner Rostock, 2007