Dorfkirche Weitendorf (Stadt Laage)

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als "Weytendorp" lässt sich auf das Jahr 1229 zurückführen. Die im Kern mittelalterliche Kirche wurde im 13. Jahrhundert aus Feld- und Backstein errichtet und im Laufe der Jahrhunderte ständig erweitert und umgebaut. Der älteste Teil ist wohl der kleine, eingezogene Polygonchor. Die Einwölbung soll er aber erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten haben. Den barocken Westturm erhielt die Kirche bei dem umfangreichen Umbau in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Er wurde 1992 erneuert; in ihm ist nur noch eine Glocke vorhanden. Aus dem Umbau des 18. Jahrhunderts stammt auch das einschiffige, flachgedeckte Langhaus, das über einen segmentbogigen, profilierten Triumphbogen vom Chor getrennt wird. An den Chor schließt sich im Osten noch ein kleiner Anbau an, der ebenfalls polygonal geschlossen wurde, vermutlich eine Sakristei. Auf der Südseite des Chores befindet sich ein übergiebeltes Portal.
Die Kirche wurde in den neunziger Jahren des 20. Jahrhundert vor dem Verfall gerettet und seitdem einer noch andauernden Renovierung unterzogen. So waren auch wesentliche Ausstattungsstücke (Altar, Kanzel und Tafelbilder) in die Kirche von Kritzkow ausgelagert, sind aber inzwischen wieder zurück in Weitendorf. 
Der Altaraufsatz trägt die Inschrift von 1666, die spätgotischen Schnitzfiguren sind aber älter. Der Altar wurde 1840 restauriert. Der hölzerne Kanzelkorb weist Stilelemente der Renaissance auf, er stammt vermutlich aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das große Tafelgemälde zeigt Christus im Himmel auf der Erdkugel thronend, umgeben von den Heiligen und Geretteten sowie den himmlischen Herrscharen, und einen Blick in den Abgrund der Hölle. Auf drei weiteren, kleineren Ölgemälden sind Szenen aus dem Neuen Testament dargestellt.
In die Westempore wurde die klassizistische Fassade des Orgelprospektes integriert, Reste einer um 1843 von Friedrich Wilhelm Winzer gebauten Orgel sind noch erhalten.
Im Altarraum sind Grabplatten der Patronatsfamilie von Viereck aufgestellt. An der Südwand befindet sich eine steinerne Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Auf dem Friedhof stehen im Osten zwei Grabkapellen aus dem 19. Jahrhundert, die größere besitzt einen von Säulen gestützten, klassizistischen Giebel.
Im südlichen Friedhofsbereich befindet sich eine Grabstätte für vier unbekannte deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997