Dorfkirche Hohen Sprenz

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts (etwa um 1250) wurde der Bau der Kirche mit der Errichtung des in Feldsteinmauerwerk ausgeführten quadratischen Chores (1260) begonnen, an den sich ein kurzes, annähernd quadratisches Schiff aus Backstein (1280) und ein gedrungener Westturm (1458) anschließen. Das Mauerwerk wurde schrittweise bis ins 16. Jahrhundert fertiggestellt (die gelben Backsteine im oberen Turmbereich sind vor 1600 erstmals belegt). Chor und Schiff besitzen die für die Frühgotik charakteristischen Dreifenstergruppen. Der Ostgiebel aus Backstein wird von einem gemauerten Blendenkreuz und einem ansteigenden Rautenfries verziert. Im Süden ist am Übergang von Chor zu Schiff eine blendengeschmückte Vorhalle angesetzt, im Norden des Chores befindet sich eine Feldsteinsakristei mit Backsteingiebel.
Der Kirchbau ist zu 2/3 gewölbt ausgeführt, im Turmbereich sind die Gewölbeansätze noch erkennbar, das Kirchenschiff besitzt ein spätgotisches Sterngewölbe und der Chor ein achtrippiges Kuppelgewölbe.
Der zweigeschossige Westturm erhielt 1870 den jetzigen Spitzhelm, im Turm befindet sich nur noch die kleinste Glocke eines Dreiergeläuts aus dem Jahr 1930, die beiden großen Glocken wurden im 2. Weltkrieg eingeschmolzen.
Die Innenausstattung stammt aus verschiedenen Epochen.
Der Taufstein im Südanbau ist das älteste Stück (wohl um 1300), dazu Grabplatten aus verschiedenen Jahrhunderten.
Die Kanzel wurde vor 1700 gebaut, der barocke Altaraufsatz und die Patronatslogen stammen aus dem Jahr 1701.
Die Orgel ist ein Werk des Güstrower Orgelbauers Carl Noebe (1800-1866).
Die Gewölbemalereien aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden kurz vor 1900 wiederentdeckt und bald darauf im Stil der Zeit restauriert.
(weitere Quelle: Informationsblätter und -tafeln in der Kirche)

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997