Dorfkirche Flemendorf (Gemeinde Groß Kordshagen)
Sankt Marien

Mit dem Bau der gotischen Backsteinkirche in Flemendorf wurde wohl um 1380 begonnen.
Der auf einem Feldsteinsockel errichtete geräumige Backsteinbau mit polygonalem Ostschluss wurde aber erst zum Ende des 15. Jahrhunderts fertiggestellt.
Besonders auffällig sind der weitgefächerte 7/12-Chorschluss und der niedrige Turm, dessen heutige Gestalt aus dem 19. Jahrhundert stammt.
Auf eine geplante Einwölbung des Innenraumes lassen die farbig abgesetzten Schildbögen der Wände schließen.
Aus der Entstehungszeit stammen gut erhaltene, bei der Freilegung 1937 kaum entstellte Wandmalereien.
Die Innenausstattung umfaßt Stücke aller Stilrichtungen:
Aus spätgotischer Zeit blieben Teile der Wandmalereien (z. B. Christophorus, Kreuztragung), ein Sakramentshaus, ein Kruzifix, ein Madonnenrelief sowie eine Heiligenfigur erhalten.
Beeindruckend schön ist das spätgotische Tafelbild (um 1515) mit der Darstellung der "Heiligen Sippe", das wohl erst im 19. Jahrhundert als zentrales Motiv gemeinsam mit Stifterbildnissen in den mit vier Evangelistenfiguren besetzten barocken Altaraufsatz eingesetzt wurde.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurden die hölzernen Epitaphien, im 18. Jahrhundert der Altaraufsatz und der schwebende Taufengel geschaffen.
Von 1853 stammen Kanzel, Empore und Gestühl, deren neugotischer Zierrat jedoch 1935 entfernt oder verdeckt wurde.
Die einmanualige Orgel hat Barnim Grüneberg (Stettin) 1858 erbaut. Sie ist die zweitälteste Kegelladen-Orgel in Vorpommern und wurde 2003 vollständig restauriert.
Im Kirchturm hängen zwei Glocken, die noch mit der Hand geläutet werden. Die ältere Bronzeglocke wurde 1777 bei Gottlieb Metzger in Stralsund gegossen, die zweite ist eine Stahlgußglocke aus dem Jahr 1962.
Auf dem Kirchhof, der als Begräbnisplatz im Oktober 1935 vom Neuen Friedhof am Ortsausgang Richtung Barth abgelöst wurde, existiert als einzige noch die Grabstätte der Familie Henning, der letzten Karniner Rittergutsbesitzer..
(weitere Quelle: Informationsblätter, J. Gerber, Pastor zu Kenz, 2003)

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage