Dorfkirche Rostocker Wulfshagen (Stadt Marlow)

Der kleine, in den Ursprüngen wohl mittelalterliche (15. Jh.) Feld- und Backsteinsaal mit polygonalem Ostshluss wurde mehrfach verändert. Der letzte große Umbau erfolgte 1825 unter Carl Theodor Severin, dabei wurde der Westgiebel erneuert, der Turm und die Sakristei abgetragen und vermutlich auch der gesamte Bau verputzt. Statt des Turmes wurde ein freistehender Glockenstuhl errichtet. In ihm hängen heute zwei Glocken: die ältere Bronzeglocke wurde 1737 von Otto Gerhard Meyer in Rostock gegossen, die Stahlglocke wurde 1959 bei Schilling in Apolda gegossen.
Der Innenraum ist flachgedeckt und wurde zwischen 1983 und 1993 renoviert. Im Altarraum sind die mittelalterlichen Weihekreuze durch eine stilistische Mauermalerei hervorgehoben. In den Chorfenstern sitzen neun Kabinettscheiben aus der Zeit um 1645. Sie wurden von Rostocker Ratsherren und Honoratioren anlässlich der Wiederherstellung der Kirche nach dem 30jährigen Krieg gestiftet, zehn weitere mit Bibelzitaten stammen von 1711.
Der alte, spätgotische Schnitzaltar (um 1500) wurde an die Südwand gesetzt, da er unvollständig und stark restaurierungsbedürftig ist. Der neue, gemauerte Altartisch und die weitere Ausstattung sind modern. Die Orgel ist ein Werk des Rostocker Orgelbaumeisters Christian Börger von 1935.
Das Votivschiff einer Brigg überreichte der Matrose Suhrbier der Kirche als Geschenk und zum Dank seiner glücklichen Heimkehr im Jahr 1861.
(weitere Quelle: Informationstafel vor der Kirche)
 

Quellen:
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006