Dorfkirche Biestow (Hansestadt Rostock)

Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert mit quadratischem Chor und Nordsakristei sowie Westturmuntergeschoss. Die Obergeschosse des quadratischen Turmes sind in Backstein ausgeführt, der Abschluss mit achtseitiger Haube mit Schildgiebeln (Bischofsmütze). Die Schildgiebel sind unterschiedlich mit Putzblenden geschmückt. Nord- und Südgiebel sind mit Rauten, West- und Ostgiebel mit vierteiligen Spitzbogenblenden verziert.
Ebenfalls blendengeschmückt sind die Giebel von Schiff und Chor, zusätzlich sind die beiden Ostgiebel noch mit einem Blendenkreuz versehen. Das reich profilierte Westportal wurde neugotisch überformt. Die Stufenportale an Nord- und Südseite wurde zugesetzt. Die großen Schiffsfenster ebenfalls neugotisch überformt. An der Chorsüdseite gibt es eine Vorhalle mit Stufengiebel. Die bauzeitliche Dreifenstergruppe in der Ostwand ist gestaffelt und mit tiefen Gewändenischen ausgestattet.
Die Gewölberippen im Chor sind ornamental bemalt, der Schlussstein zeigt vier Figuren (vermutlich Engeldarstellungen). Schiff und Chor werden durch einen spitzen Triumphbogen getrennt. Über dem Bogen ist eine Triumphkreuzgruppe an der Wand angebracht. Das Kreuzesholz zeigt das Lebensbaummotiv. Das Schiff ist flachgedeckt. Die Ausstattung ist vorwiegend neugotisch. Der dreiteilige Altaraufsatz ist mit Wimpergen und Fialen sowie reichem Maßwerk versehen. Im Mittelteil ist ein vollplastisches Kruzifix mit Korpus angebracht. In der Ostwand befinden sich zwei Sakramentsnischen, die mit Holztüren verschlossen sind. Die Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel ist ebenfalls mit neugotischem Maßwerk geschmückt.
Auf der Westempore steht eine Orgel von Friedrich Friese (III) von 1870 mit neugotischem Prospekt. Zur Ausstattung gehören auch zwei Pastorenbildnisse aus dem 18. Jahrhundert. Im gewölbten Turmraum hängen die Gedenktafeln für die in den vielen Kriegen gefallenen Gemeindemitglieder.
In der Glockenstube des Westturms hängt heute wieder die große alte Bronzeglocke aus dem 14. Jahrhundert. Bei 'de Monkehagen' in Rostock gegossen, musste die schwere Glocke wegen Absturzgefahr 2003 ausgehängt werden. 2006 bekam sie in Lauchhammer eine neue Krone, die dann noch in einer bayerischen Werkstatt aufgeschweißt wurde.
Die Kirche wird von einem Friedhof umgeben, der mit einer Feldsteintrockenmauer geschlossen ist. Vor dem Kirchhof steht ein Kriegerdenkmal zum ehrenden Gedenken der gefallenen Kameraden des Kriegervereins Barnstorf. Ein neuer Friedhof schließt sich in nordöstliche Richtung an.

Quellen:
Heimkehr der Glocke, Zeitungsartikel, wini, NNN, 2007