Dorfkirche Semlow

Um 1200 wurde mit dem Bau des Chores der romanischen Feldsteinkirche in Semlow (der Name bedeutet „Heimat“ und „Erde“) begonnen. Vollendet wurde sie um 1220, wahrscheinlich nachdem politische Ereignisse im Zusammenhang mit der Einwanderung deutscher Siedler in diesem Teil von Pommern die Arbeiten unterbrochen hatten.
An der Westseite des Turmes ist ein großer Inschriftstein eingelassen, der auf die Erneuerung der Kirche im 19. Jh. durch den Grafen Behr-Negendank hinweist, mit dessen Familie die Geschichte der Kirche eng verbunden ist. Im Turm befinden sich drei Glocken (von 1611, 1447 und aus dem Ende des 14. Jh.) und ein voll funktionierendes Uhrwerk von 1856.
Der gesamte Innenraum der Kirche ist mit einer figürlichen Ausmalung versehen, ebenso die flache Holzdecke im Schiff
Der älteste Ausstattungsgegenstand ist das gotische Triumphkreuz aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Gut einhundert Jahre jünger ist die Kanzel, deren Schalldeckel eine Mosefigur krönt und um deren Korb reliefartige biblische Bilder zu Tod und Auferstehung Jesu zu sehen sind.
Im Chorraum hat Milde die ursprüngliche mittelalterliche Malerei nachempfunden. Die von ihm bemalten Glasfenster mit Engeln und Wappen sind noch nicht wieder eingesetzt.
Die Taufe aus dem Jahr 1576 zeigt Wappen und Szenen aus dem Neuen Testament.
Der Stralsunder Bildhauer Elias Keßler fertigte 1723 den barocken Altar mit Reliefdarstellungen des Abendmahls und der Kreuzigung und Figuren des Christus, Johnnes des Täufers, Mose und Aaron an.
Claus Midow werden die beiden an der Südwand des Chores stehenden Sandsteinepitaphien für Angehörige der Familie von Behr aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts zugeschrieben. Vier Wappenscheiben sitzen im Fensterpaar der Chorsüdseite.
Die Grüneberg-Orgel wurde 1913 erbaut und 1999 wiederhergestellt.
Der ursprüngliche Friedhof auf dem Kirchhof wurde eingeebnet und begrünt. Zur Erinnerung sind auf der Nordseite der Kirche alte Grabwangen aufgestellt. Im Südwesten steht das Mausoleum der Patronatsfamilie Behr-Negendank. Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer umschlossen und im Norden steht ein Backsteinportal aus der Zeit um 1500.
Nahe der Kirche steht das ehemalige Herrenhaus der Familie Behr-Negendank. Auf dem neuen Friedhof am Ortsausgang befindet sich die Grabkapelle der Patronatsfamilie.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006