Dorfkirche Schlemmin b. Ribnitz-Damgarten

Der Bau der Schlemminer Kirche begann im 13. Jahrhundert (um 1280) mit den beiden östlichen Jochen in Backstein. Erst im 15. Jahrhundert wurden die beiden westlichen Joche des Saalbaus mit Feldsteinen weitergebaut. Der im Osten gerade schließende Chor zeigt im Backsteingiebel eine große Doppelkreuzblende. Die Fenster in der Ostwand werden von dem später vorgesetzten Mausoleum des Grafen von Stolberg verdeckt. Der quadratische Westturm aus Mischmauerwerk (15. Jh.) mit Westportal hat eine geschwungene Haube mit offener Laterne, die bei der barocken Umgestaltung (18. Jh.) aufgesetzt wurde. Bei der neugotischen Umgestaltung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhielt die Kirche die zweibahnigen Fenster mit Scheitelring. Auch die Anbauten auf Nord- und Südseite wurden dabei angefügt, der Giebel des Südanbaus besitzt ein Blendenkreuz aus Backstein. Der Einzug des breiten Triumphbogens sowie die komplette Innenausstattung mit Gestühl, Kanzel, Altar und Holzkastendecke stammt ebenfalls aus der Zeit um 1878. Die ornamentale Ausmalung erfolgte nach Vorgaben von MILDE (siehe Kirche Semlow). Auch die ornamentale Glasmalerei in den sechs teilweise stark beschädigten Chorfenstern (fünf mit Allianzwappen) stammt vermutlich von MILDE. Die Schiffsfenster mit Rautenverglasung enthalten einige ältere Wappenscheiben (17. Jh.). Die Taufe aus gotländischem Kalkstein stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, die Bemalung kam 1878 hinzu. Schlemmin war Stammsitz der Familie von Thun, davon zeugt neben den Wappenscheiben ein Sandsteinepitaph für C. und A. Thun (+ 1591) sowie das Allianzwappen an der Westempore. Die Orgel wurde von Carl August Buchholz im Jahr 1841 gebaut. Zuletzt war das Dorf im Besitz der eingeheirateten Familie von Stolberg-Wernigerode, an die auch noch eine Familiengrabstätte am Westrand des Friedhofes erinnert. Links neben der Stolberg'schen Grabstätte stehen noch einige alte Grabwangen. Im Nordwesten steht das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Die Namen der Gefallenen sind auf dem Findling kaum noch zu erkennen. Auf einem weiteren Gedenkstein wird der im Lazarett Schlemmin in den Jahren 1942-1945 verstorbenen Soldaten gedacht. Gegenüber des Kirchhofes steht das ehemalige Herrenhaus. Der Putzbau im Tudorstil wurden auf den Fundamenten einer alten Wasserburg in den Jahren 1846-1850 nach Plänen von Eduard Knoblauch im Auftrag des W. Ulrich von Thun errichtet.
(weitere Quelle: Informationstafel an der Kirche)

Quellen:
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006