Dorfkirche Vorland (Gemeinde Splietsdorf)

Die gotische Kirche in Vorland, ein Backsteinsaal von zwei Jochen auf einem Feldsteinquaderfundament, entstand um 1300. Die ältesten Teile, ein quadratischer Feldstein-Chor und die Nordsakristei, stammen aber bereits aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Der Chorgiebel ist über einem doppelten Zahnschnitt blendengegliedert und zeigt ein großes gemauertes Kreuz sowie Rauten an den Schrägen. Die gleiche Gliederung findet sich in vereinfachter Form am Sakristeigiebel. In der Ostwand des Chores befindet sich eine gestaffelte Dreifenstergruppe und an der Süd- und Nordseite Zwillingsfenster, deren Gewände wie auch die südliche Priesterpforte aus eingestelltem Rundstab besteht. 
Die hohen Spitzbogenfenster des Schiffes sind mit Maßwerk aus dem 19. Jahrhundert versehen. Auch der Ostgiebel des Schiffes ist blendengegliedert mit je zweiteiliger Maßwerkblende am Fuß und steigenden schmalen Spitzbogenblenden.
Nach Brand und Abbruch des Westturmes im Jahr 1762 wurde der Westgiebel ungegliedert erneuert. Das Westportal mit spitzbogigem Stufengewände ist mit einem neugotischen Türblatt geschlossen. Wohl nach dem Abbruch des Turmes wurde noch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein verbrettertes quadratisches Glockenhaus mit Pyramidendach errichtet. Im Glockenstuhl hängen drei Glocken, alle aus dem Jahr 1920.
Chor und Schiff werden von Kreuzrippengewölbe überspannt. In der Sakristei ist ein Kuppelgewölbe eingezogen. Der Chor wird durch einen sehr spitzen Triumphbogen zum Schiff abgetrennt. Die vegetabile Bemalung in der Leibung stammt wohl von der Renovierung im Jahr 1887. Die Schiffsfenster sitzen in tiefen spitzbogigen Nischen.
Vorland besitzt als eine der wenigen vorpommerschen Dorfkirchen noch eine vollständige Glasmalerei-Ausstattung. Die farbenprächtige Fenstergestaltung aus der Zeit um 1900/05 stammt zum Teil aus dem Königlichen Institut für Glasmalerei, Berlin.
Der Altaraufsatz mit farbig gefassten Reliefschnitzereien wurde 1949 vom Greifswalder Künstler Max Uecker geschaffen. Die beiden Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (rechts und links am Triumphbogen) wurden wohl auch von Max Uecker und seinem Kollegen und Weggefährten Gustav Hoffmann (1883-1974) geschaffen. Beide nutzten die Wintermonate der 1920er Jahre zur Herstellung solcher Gedenktafeln im Auftrag zahlreicher Kirchengemeinden in Pommern.
Besonders sehenswert ist die aus gotländischem Kalkstein bestehende Tauffünte aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Die weitere Ausstattung, Kanzel, Taufständer, Westempore und Gestühl, stammt aus dem Jahr 1887 und kam mit der großen Renovierung in die Kirche.
Die Orgel wurde 1875 von Friedrich Albert Mehmel, Stralsund, gebaut. Der neugotische Prospekt ist durch Fialen gegliedert und wird von einem bekrönenden Wimperg und Maßwerk geschmückt.
Eine Grabplatte mit Wappen und Inschrift des Ehepaares von Schlagenteufel (+1786/1793) gehört ebenfalls zur Ausstattung der Kirche.
Der Kirchhof ist als Friedhof gestaltet. Von Westen kommend muss man an dem großen Findling mit dem Kriegerdenkmal vorbei.

Quellen:
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006