Dorfkirche Bernitt

Der große Feldsteinbau wurde im 13. Jahrhundert begonnen und mit dem mächtigen Turm mit der Bischofsmütze im 14. Jahrhundert abgeschlossen.
Der eingezogene Rechteckchor besteht im Gegensatz zum Kirchenschiff aus groben Feldsteinen und ist auch nicht sehr sauber geschichtet.
Da das Schiff einen deutlichen Bruch zwischen den beiden Jochen aufweist und der Ostgiebel reichhaltigen Blendenschmuck zeigt, ist zu vermuten, dass hier der ursprüngliche Ostschluss vorgesehen war und der Chor später angefügt worden ist. Auch die Nordsakristei ist jüngeren Datums.
Die Kirche in Bernitt hat gleich mehrere Kostbarkeiten aufzuweisen.
Die beiden Bronzeglocken aus dem 14. Jahrhundert gehören zu den ältesten in Mecklenburg.
Ein prächtiger Flügelaltar aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts zeigt sehr detailliert gefertigte Heiligenfiguren im Mittelschrein und die zwölf Apostel in den Flügeln. Die Gemälde der Flügelrückseiten sind leider kaum noch erhalten.
Zur bedeutsamen Ausstattung gehören weiterhin eine Tauffünte aus der Zeit um 1320, ein mittelalterlicher Sakramentsschrein mit sehr alter figürlicher Malerei und ein großes Triumphkreuz ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert.
Das Besondere der Kirche sind aber die mittelalterlichen Gewölbemalereien, die 1981 im Kirchenschiff und 1984 im Chorraum freigelegt und restauriert wurden. Eine Inschrift auf der Rückseite des Altares verweist auf die Entstehungszeit der Wandmalereien um 1500 und auf eine erste Restauration um 1861.
Die Kanzel und das Gestühl sind neugotisch, die kleine Nußbücker-Orgel an der Empore wurde 1974 geweiht. Die Empore schwingt sich j-förmig von der Südseite über West- und Nordseite bis an den Triumphbogen heran. Im Turmraum hängen Gedenktafeln für die Veteranen der Befreiungskriege und die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben.
Das Kriegerdenkmal steht gegenüber vom Friedhof an der Straße.
Im Nordwesten hinter der Kirche führt ein Weg zum Neuen Friedhof. Dort steht auch die 1953 geweihte und 2002 entwidmete katholische Antonius-Kapelle.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997