Dorfkirche Neukirchen (Klein Belitz)

Die um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete Kirche gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen des frühen mecklenburgischen Kirchenbaus.
Das Gotteshaus besteht aus einem zweijochigen Schiff mit eingezogenem, quadratischem Chor und einem mächtigen Westturm über quadratischem Grundriss.
Die in die Chor- und Schiffswände eingeschnittenen, paarweise bzw. zu Dreiergruppen geordneten Fenster sind ebenso wie die Giebel von Chor und Schiff und die vier Schildgiebel des Turmes aus Backstein gebildet, der übrige Bau besteht aus Feldsteinmauerwerk mit Resten eines vermutlich noch mittelalterlichen Kalkputzes, auf dem sich Spuren von aufgemalten Fugen erhalten haben.
Das Innere des Chores bedeckt ein Kreuzgratgewölbe, während das Schiff kuppelige Domikalgewölbe mit dekorativen Rippenkreuzen und Scheitelringen überspannen.
Die wesentlichen Ausstattungsstücke stammen aus der Barockzeit: Altar, Kanzel, Patronatsstuhl und ein Epitaph sowie der elegant geschwungene Orgelprospekt, datiert auf 1772.
Die Orgel ist ein Werk des barocken Orgelbauers Arndt Paul Schmidt und wurde 1768 gebaut, im Jahr 1849 erfährt sie den Zubau eines II. Manuals durch F.W. Winzer.
Im Scheitel des Triumphbogens hängt ein mittelalterliches Kruzifix. Eindrucksvoll ist auch die achteckige hölzerne Taufe mit den vier Köpfen von Ungeheuern am Fuß.
An der Südwand im Schiff hängt eine große Gedenktafel für die aus dem Kirchspiel im Ersten Weltkrieg Gefallenen. Eine einzelne Gedenktafel erinnert an den 1916 gefallenen Offizierstellvertreter Hans Thielck. Von der Decke im Schiff hängen zwei herrliche Kronleuchter aus Messing herab, wobei der größere die zwölf Apostel als Relieffiguren zeigt.
Auf dem die Kirche umgebenden Friedhof befinden sich mehrere schmiedeeiserne Grabkreuze aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Von Südwesten her betritt man den Friedhof durch eine barocke Toreinfahrt. Auf der Südseite befinden sich die Reste des Schnappauss'schen Erbbegräbnisses, im Nordosten steht das Grabmal für Herrn v.Langen. Gegenüber betritt man den Neuen Friedhof, dort findet man das Familienbegräbnis der Favreaus und das Grab eines unbekannten deutschen Soldaten. Außerhalb des Friedhofs steht die moderne Trauerhalle.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997