Dorfkirche Boddin
St. Nikolai

Der kreuzrippengewölbte Rechteckchor aus grobem Feldstein und dem verzierten Ostgiebel soll bereits 1288 geweiht worden sein. Indiz für eine frühe Entstehungszeit ist der angeschrägte Sockel, unterbrochen durch einen späteren Anbau der Nordsakristei. Beeindruckend sind die beiden mächtigen Stützpfeiler an den Chorecken.
Das Kirchenschiff aus Backstein stammt aus dem späten 14. Jahrhundert und wurde 1871 neugotisch umgebaut, aus dieser Zeit stammt sicherlich auch die Renovierung des Ostgiebels und die südliche Eingangsvorhalle.
Der Westturm in neobarocken Formen mit Helm und Uhrwerk hat ein stattliche Höhe von 34 m und wurde 1914/15 errichtet. In der Glockenstube hängen drei Glocken.
Im Chor wurden Gewölbe-Malereien freigelegt.
Die Holzdeckenkonstruktion im englischen Gußeisenstil wurde beim neugotischen Umbau 1871 in das Schiff eingezogen, gleichzeitig die Hufeisenempore und die Innenausstattung:
Altarbild "Jesus geht übers Wasser",
Kanzel mit Evangelisten-Figuren,
Friese(III)-Orgel (gebaut 1870),
hölzerne Taufe.
Den Kirchhof betritt man durch ein dreiteiliges Friedhofsportal aus dem Jahr 1786.
An der südlichen Kirchenaußenwand hängt eine Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer des Zweiten Weltkriegs.
Auf dem Friedhof gibt es neben einigen imposanten Familiengrabstätten und einer kleinen Begräbniskapelle auch eine Grabstätte für fünf im August 1945 (wahrscheinlich durch die sowjetische Besatzungsmacht) ermordete Männer.

Quellen:
Rechts und Links der B 110 Propstei Gnoien, Flyer, Propstei Gnoien, G. Rein, Druckerei Hahn,