Dorfkirche Kessin b. Rostock
St. Godehard

Ältester Teil dieser mittelalterlichen Feldsteinkirche ist der rechteckige, leicht gegen das Schiff eingezogene Chor. Seine Weihe soll für das Jahr 1120 belegt sein. Im Innern achtteilig kuppelig gewölbt, zeugen von außen die Dreifenstergruppe der Ostwand, die paarweise angeordneten Rundbogenfenster und der Blendengiebel mit Kreuz von einer spätromanischen Bauweise. Auch die Sakristei auf der Nordseite stammt aus dieser frühen Zeit.
Das Schiff aus Backstein mit Strebepfeilern wurde im 14. Jahrhundert angefügt. Ursprünglich mit Einwölbung versehen, wurde es 1868 nach Einsturz mit einer flachen Holzbalkendecke geschlossen. Die Portale an Süd- und Nordseite wurden zugesetzt. In die ausgemauerten Gewände wurden in heutiger Zeit Gedenkstätten an die Opfer von Krieg und Gewalt eingesetzt.
Der neugotische Westturm mit Spitzhelm wurde 1886 angefügt. Er ersetzte vermutlich einen hölzernen Vorgängerbau. In der Glockenstube hängen drei Bronzeglocken.
Gegenstand einer neugotischen Überformung wurden zu jener Zeit auch die Fenster des Kirchenschiffs, am Chor entstand die südliche Vorhalle. Das Portal der Vorhalle wird flankiert von zwei alten Grabplatten. Die mittelalterliche Ornamentmalerei, die verzierten Kreuzrippen und Gewändebänke gehen auf die zweite Ausmalung des Chores zurück.
Zur Ausstattung gehören bedeutende Schnitzfiguren: Madonna mit Kind (um 1300), Bischof St. Godehard (15.Jh.), Triumphkreuzgruppe am Altar (15.Jh.). Zwei Pastorenbilder, ein Epitaph, der neugotische Taufstein und ein schlichter, hölzerner Kanzelkorb vervollständigen die Ausstattung.
Auf der Westempore steht die Orgel von F. H. Lütkemüller aus dem Jahr 1842. Nach dem Gewölbeeinsturz erfolgte 1860-68 der Wiederaufbau durch RASCHE. Unter der Westempore wurde eine Winterkirche eingerichtet.
Im Turmraum steht etwas eingestaubt die große Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Der Kirchhof ist als Friedhof gestaltet. Teilweise recht alte Grabstätten erzählen Geschichten aus längst vergangener Zeit.
Ein neuer Friedhof mit Trauerhalle befindet sich am östlichen Ortsrand. Auf dem Areal stehen einige moderne Kunstwerke mit Beschreibung.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975