Dorfkirche Moisall

Der Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert wird im Innern von einem hölzernen Tonnengewölbe überspannt. Im Westturm mit spitzem Pyramidendach befindet sich eine Einzeiger-Uhr. Eine südliche Eingangsvorhalle mit Blendengiebel und eine Nordsakristei mit neugotisch verändertem Backsteingiebel runden den Bau ab. Auffällig ist das mit Biberschwänzen gedeckte Mansarddach. Ein Nordportal wurde zugesetzt. Im Innern zeugen kräftige Gurtbögen von einer geplanten Einwölbung. Die Holztonne wurde erst wesentlich später eingebaut (um 1898). Aus diesem Umbau stammen wohl auch das östliche Giebelfenster und die Rankenmalerei auf Wänden und Fenstergewänden.
Zu den Ausstattungsstücken gehören eine Tauffünte aus Granit aus dem 13. Jahrhundert (vor dem Westturm im Außenbereich aufgestellt), eine Renaissance-Kanzel mit Schalldeckel von 1615 mit Stifterwappen, ein Altaraufsatz mit Gethsemane-Gemälde und Stifterwappen in den Ohren aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die Westempore, ebenfalls mit Stifterwappen (1726), ein achteckiger Taufstein im neugotischen Stil aus Industriestein sowie eine Orgel von Carl Börger aus dem Jahr 1912 mit neobarockem Prospekt. Die Orgel ist derzeit (Sept. 2016) zur Generalüberholung ausgelagert. Die Nordsakristei diente im 18. Jahrhundert der Patronatsfamilie von Rudloff als Erbbegräbnis. Mit der Kirchenerneuerung um 1898 wurde die Grablege wieder zur Sakristei umgebaut und die Särge in der Erde bestattet. Zum Gedächtnis ihrer Vorfahren ließen die drei Enkel, Töchter des Regierungsrates F.A.v. Rudloff, 1898 eine aufklappbare Epitaph-Tafel über dem Eingang anbringen. Die südliche Vorhalle wurde zur Winterkirche ausgebaut. An den Wänden im westlichen Kirchenschiff hängen Gedenktafeln für die Veteranen und Gefallenen der Kriege des 19. Jahrhundert, Weltkriegsgedenken findet man in der Kirche nicht.
Aus der Zeit des Patronats der Familie v. Wackerbart stammt die große Bronzeglocke im Turm (1625). Eine zweite, deutlich kleinere Bronzeglocke trägt die nachträglich aufgebrachte Inschrift "PENTZIN 1813". Es ist wohl die Schlagglocke für das nebenstehende Uhrwerk.
Gegenüber der Kirche steht das alte Pfarrhaus. Im Westen schließt sich ein kleiner Friedhof an.
Die Dorfkirche Moisall gehört heute zur ev.-luth. Kirchgemeinde Bernitt.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997