Dorfkirche Gammelin

Kleiner gotischer Backsteinbau aus zwei Jochen mit polygonalem Ostschluss um 1335 errichtet. 1719 wurde der baufällige Kirchturm abgetragen und zu einer Eingangsvorhalle umgebaut. Getreppte Strebepfeiler, zweiteilig in Spitzbogennische gefasste Fenster, Westgiebel mit Giebelkreuz und Rosettenblenden, Nord- und Südportal zugesetzt, Zugang über Westportal in der Vorhalle, diese mit flachem Pyramidendach geschlossen, Kirche mit Zeltdach aus Ziegel.
Freistehender hölzerner zweijochiger Glockenstuhl mit Satteldach aus Ziegel auf Feldsteinfundamentstreifen. Eine Glocke, datiert auf 1918, erwarb die Kirchgemeinde 1964 aus einer 1945 zerstörten Berliner Kirche.
Im Südosten der Kirche steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Innenraum flachgedeckt, frühbarocker Altaraufsatz mit architektonischem Aufbau, Kreuzigungsbild im Mittelteil, von Säulen flankiert, an den Seiten vollplastische Figuren der Evangelisten Johannes und Markus, Predella mit Bibelspruch und Stifterwappen v.Francken/v.Deyinck am Sockel, auf dem Gesims sitzende Engel, Gemälde von der Grablegung Jesu, im Giebel das Auge Gottes als Dreieck, in der Bekrönung Christus Triumphator mit Siegesfahne flankiert von zwei stehenden Engelputti, vor dem Altar ein eingelegter Grabstein mit Reliefwappen v. Oertzen, Taufengel, schlichte Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel, in den Korbwangen Bibelsprüche, Sakramentsnische mit modern gestaltetem schmiedeeisernen Gitter, Kachelofen, Gemeindegestühl erneuert, Westempore mit Runge-Orgel von 1858 im dreiteiligen neugotischen Prospekt.
Der Friedhof der Gemeinde befindet sich am östlichen Rand des Ortes (Friedhofsweg). Dort steht eine moderne Trauerhalle

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001