Friedhof Karlshagen (Ostseebad Trassenheide)
Gedenkstätte

Der Friedhof in Karlshagen ist sehr groß. Zum Einen ist er aktueller Begräbnisplatz der Gemeinde Peenemünde-Karlshagen und hat eine moderne Trauerhalle; zum Anderen ist er Ruhestätte der Opfer der Bombenangriffe in den Jahren 1943/44 auf Peenemünde. Als an der Südseite des Friedhofes in Peenemünde Mitte der 1960er Jahre ein Massengrab mit 56 Ermordeten entdeckt wurde, fasste man den Beschluss, auch für die KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter sowie für alle Opfer des Nationalsozialismus ein Mahnmal zu errichten. Am 30. Mai 1968 erfolgte die feierliche Umbettung der Toten auf den Friedhof in Karlshagen. Den Auftrag zur Gestaltung eines Ehrenmals erhielt der Maler Klaus Rößler. Er schuf ein Kunstwerk in Form eines dreiteiligen Mosaiks, das die Leiden, die Solidarität und den Widerstand der Zwangsarbeiter in Peenemünde darstellt. Zum Ehrenmal gehörte auch ein Aufmarschplatz mit Fahnenmasten. Die Einweihung erfolgte symbolträchtig am 8. Mai 1970 als "Mahn- und Gedenkstätte Peenemünde-Karlshagen. Das Ehrenmal wurde von nun an für zahlreiche politische Aktivitäten genutzt. In den Jahren 1994/95 kam es zu einer Umgestaltung der Gedenkstätte. Von nun an erinnert eine Tafel an die Opfer des Zweiten Weltkrieges in Karlshagen und Trassenheide.
Auf dem Friedhof erinnern Steinkreuze an die 2.000 Opfer der Fliegerangriffe auf Peenemünde und Karlshagen am 17./18. August 1943 und am 18. Juli 1944. Namenstafeln benennen Soldaten und Zivilisten, von den 213 Zwangsarbeitern sind die Namen nicht bekannt.