Dorfkirche Wartin (Gemeinde Casekow)

Sorgfältig geschichteter Feldsteinquaderbau mit nach ostfälischem Brauch nur wenig breiterem zweigeschossigen Westturmriegel und geradem Ostschluss, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Als am Ende des 17. Jahrhunderts das Schiff eine südliche Portalvorhalle erhielt, wurde auf dem aus 40 Quaderschichten bestehenden Westturm der verbretterte Turmaufsatz mit seiner zum Spitzhelm ausgezogenen, schindelgedeckten Haube errichtet.
Die jetzige Form der Fenster stammt von einem Umbau im Jahr 1853, ebenso die der Fenster der kleinen, gewölbten Nordsakristei mit dem blendengeschmückten Giebel und die Gestaltung des Ostgiebels in Backstein mit Fialaufsätzen.
Das alte Stufenportal aus Granitstein auf der Nordseite wurde zugesetzt. Der Zugang zum Schiff erfolgt über das gestufte Westportal.
Neben dem mit reichem Akanthuslaubdekor überzogenen Kanzelaltar mit Puttenköpfchen am Kanzelkorb und dem Auge Gottes im Strahlenkranz als Bekrönung aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts hängt der Taufengel von 1707. Von großem Reiz ist auch das durchbrochene Bandelwerkornament in den Brüstungen der Altarschranke.
An der Nordwand hängt ein neu gestalteter Wappenschild des Herrn Hans Gotthelff von Kirchbach.
Unter der Westempore ist eine Winterkirche eingerichtet. Die Orgel schmückt ein schöner dreiteiliger Prospekt.
An der Südseite des Turmes stehen zwei abgenommene Stahlglocken, die 1928 für die im Ersten Weltkrieg eingeschmolzenen Glocken von 1698 gestiftet wurden. Auf dem von einer Mauer umgebenen Kirchhof steht auch das Kriegerdenkmal.
Auf der Nordseite grenzt die hier überhöhte Kirchhofmauer mit einem Feldsteinportal mit spitzbogigem Tordurchlass an den ehemaligen Gutshof. Das Gut war lange Zeit im Besitz der Familie von der Osten.
Der Friedhof befindet sich südöstlich der Kirche im Friedhofsweg, einem Abzweig von der Casekower Chaussee. Das Gräberfeld erstreckt sich unter der weiten Krone eines mächtigen Baumes (Eiche?).
Auf einer Anhöhe, unmittelbar am Ortsausgang an der Casekower Chaussee, steht ein Ehrenmal für an dieser Stelle im Großen Vaterländischen Krieg gefallene sowjetische Soldaten.
 

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Pommersche Dorfkirchen, Buch, Heinrich Schulz, Verlag H.F. Beck, Herford / Westfalen, 1963