Dorfkirche Sellin
Gnadenkirche

1911 gründete sich die eigenständige Kirchgemeinde Sellin, am 8. Juli 1913 erfolgte die Einweihung der Kirche. Mit Rücksicht auf die gewachsene Bedeutung des Badeortes wurde das bislang von Lanken aus kirchlich betreute Sellin 1914 schließlich ausgepfarrt.
Der achteckige, in neobarocken Formen errichtete, harmonische Zentralbau wurde nach Plänen des Architekturbüros Grisebach & Stein aus Berlin-Charlottenburg erbaut. Das rote Walmdach mit der zentralen Laterne lässt den fast zierlich wirkenden, hell leuchtenden Bau kontrastreich aus dem grünen Laub der bewaldeten Anhöhe herausschauen.
Beim Brand am 24. April 1960 werden der Dachstuhl und die Glocken zerstört und der Innenraum verwüstet, danach wurde der Bau in der heutigen Ausstattung wieder hergerichtet.
Die Ausstattung ist schlicht, der Raumeindruck wird von viel Holz in seiner natürlichen Maserung bestimmt. Über dem einfachen, gemauerten Altartisch zieht ein eichenes, mit Kupfer beschlagenes Kreuz die Blicke auf sich.
Über der Chorapsis prangt der Spruch: WIR GLAUBEN . DURCH DIE GNADE DES HERRN SELIG ZU WERDEN
Die Grüneberg-Orgel von 1915 wurde nur wenig beschädigt und 1963 durch die Firma Sauer, Frankfurt/Oder, instandgesetzt.
1963 Einweihung der drei neuen Glocken der Firma Schilling, Apolda.
Am Zugang zum Kirchberg steht das Kriegerdenkmal der I. Landsturm-Komp. "Rügen", das eigentliche Kriegerdenkmal steht auf dem Friedhof, der sich nordwestlich der Kirche erstreckt.
Dort steht auch eine moderne Trauerhalle.
Am Gebäude der ehemaligen Feuerwache in der Schulstraße befindet sich eine Gedenktafel an die im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Kameraden. 

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen auf Rügen und Hiddensee, Buch, Jürgen Schulz, Edition Temmen, 2006