Dorfkirche Wattmannshagen (Gemeinde Lalendorf)

Der langgestreckte Bau geht in seinem ältesten Teil, dem eingezogenen Feldsteinchor, auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück und gehört damit zu den ältesten Dorfkirchen in Mecklenburg. Vorbild für die mächtige Dorfkirche soll der Güstrower Dom gewesen sein. Der über quadratischem Grundriss errichtete Westturm und das zweijochige, kreuzrippengewölbte Langhaus wurden gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Backstein fertiggestellt. Aufmerksamkeit verdienen die drei Backsteinportale am Schiff und Turm mit glasierten Ziegeln und plastischen Weinranken und Blattdekor an den Kapitellen und Archivolten.
Über dem Westportal befindet sich ein Rosettenfenster, der Turm wird seit dem Brand 1757 von einem Satteldach gedeckt. Die Giebel sind blendengeschmückt, im Ostgiebel des Chores zudem ein Blendenkreuz. Der Chor ist ebenfalls kreuzrippengewölbt, die Rippen sind architekturbetont bemalt und ein ringförmiger Schlussstein schließt das Gewölbe. Chor und Schiff werden durch einen weit geöffneten Triumphbogen voneinander getrennt.
Die Innenausstattung wird bestimmt durch den barocken Altaraufsatz (1738) mit einem Kreuzigungsgemälde und allegorischen Figuren, sowie der Kanzel (1737) mit Evangelistenfiguren in den Korbwangen.
Besondere Bedeutung ist dem Buntglasfenster auf der Südseite beizumessen. Es wurde 1914 von der Familie Hüniken auf Vogelsang gestiftet und zeigt die Weihnachtsdarstellung.
Zur Ausstattung gehören weiterhin eine hölzerne Renaissance-Taufe, ein Taufstein, zwei Wappenschilde, die Gedenktafeln der in den Kriegen gefallenen Gemeindemitglieder, das Chor- und Bankgestühl sowie die Emporen an Nord- und Westwand.
Die Orgel wurde von Friedrich Albert Mehmel 1860 gebaut.
Auf dem Friedhof befindet sich die Begräbnisstätte der Familie Hüniken, deren Herrenhaus steht im nahe gelegenen Ort Vogelsang.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Güstrow, Buch, Zerniner Beschäftigungsinitiative (ZEBI) e.V., Edition Temmen, 1997