Ruine Nienhagen-Endingen (Gemeinde Jakobsdorf)
Wirtschaftshof des Klosters Neuenkamp

Endingen war im Mittelalter ein Wirtschftshof des Klosters Neuenkamp (Franzburg). Das große, feste Haus soll Sommersitz des Abtes gewesen sein. Es blieb von der Ersterwähnung 1273 bis 1534 im Besitz des Klosters. 1630 verkaufte der schwedische König Gustav Adolf Endingen zusammen mit Lendershagen und Wolfshagen an den Stralsunder Bürger Johann von Scheven. Das Dienstdorf für Endingen war Lendershagen, die Frondienste mussten bis 1850 verrichtet werden. 1696 hatte der Hof 6 Einwohner. Um 1924 war Endingen eine preußische Domäne, der Pächter war ein Friedrich Wilhelm Klein, letzter Pächter war 1934 Herr Siemsen. Nach der Weltwirtschaftskrise wurde das Gut aufgesiedelt, die Siedler wohnten in Nienhagen. Im Klosterhof, inzwischen nur Gutshaus, wurde ein Landjahrlager eingerichtet. Nach 1945 diente das Gutshaus als Flüchtlingsunterkunft. Nach und nach wurde es leergezogen und verfiel. 1989 wurde mit dem Abriss der Rest des letzten Versorgungsgutes (grangia) eines Klosters in Mecklenburg-Vorpommern zerstört.
Das Mauerwerk des ganzen Hauses bestand aus Klosterformatziegeln und war nicht unterkellert. Der älteste Teil war ein Raum in der Mitte des Bauwerkes, der mit einem flachen Kreuzgewölbe geschlossen wurde, die anderen Decken waren flache Holzbalkendecken. An der Nordwestecke wurde ein Stützpfeiler errichtet, um einer Neigung des Mauerwerkes entgegenzuwirken.
Heute sind nur noch die Grundmauern des großen Gebäude zu sehen. Am Zugang zum Platz liegt ein Findling mit der Aufschrift Endingen, der an den Ort erinnern soll. Zwei Tafeln erläutern die Geschichte des Klosterhofes und liefern eine Baubeschreibung von 1987.