Dorfkirche Rappin
St. Andreas

Der rechteckige Backsteinchor entstand bereits um 1300. Sein bis zu den Fensterbänken reichender Sockel ist ein Bestandteil des Vorgängerbaus und zeigt ein interessantes schachbrettartiges Wechselspiel aus Feld- und Backstein. Der Ostgiebel ist mit einer siebenteiligen Staffelblende geschmückt.
In den folgenden Jahren des 14. und 15.  Jahrhunderts wurden das Langhaus, die südliche Vorhalle und die Nordsakristei angebaut. Im 16./17. Jahrhundert erhielt die Kirche einen hölzernen Westturm. Dieser stürzte 1626 ein. Der heutige, freistehende verbretterte Glockenturm wurde 1635 südwestlich der Kirche aufgestellt. Die heute darin hängende Glocke von 1701 wurde 1934 von der Familie v. Schinckel bei deren Umzug von ihrem Gut Setzin in Mecklenburg auf das Rittergut Cartzitz mitgebracht, in den Nachkriegsjahren wurde die Glocke geborgen und anstelle der gesprungenen Glocke von 1855 in Rappin aufgehängt.
Der Innenraum wird von flachen Kreuzgewölben überzogen.
Das älteste Ausstattungsstück ist eine Tauffünte aus Kalkstein aus der Zeit um 1250. Die Kuppa ist durch Rundbögen gegliedert, in den Scheiteln sind vier Gesichtsmasken zu sehen. 1669 wurde der Barockaltar aus Kiefern- und Lindenholz aufgesetzt, er ist ein Geschenk eines Pastorenehepaares. Die Kanzel und der Beichtstuhl sowie zehn Kabinettscheiben stammen aus dem Jahr 1702. 1859 erfolgte der Einbau der neugotischen Orgel, ein Werk des thüringischen Orgelbauers Knauf. Wappenschilde, Sargbeschläge und Grabplatten des 18. und 19. Jahrhunderts zeugen von den vielen Adelsgeschlechtern der umliegenden Rittergüter (z.B. v.Usedom). Unmittelbar hinter dem Chor befinden sich sechs Grabplatten. Auf dem umgebenden Friedhof gibt es zudem noch eine Reihe bemerkenswerter Grabstätten.

 

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage