Kapelle Binz (Ostseebad)
kath. Stella Maris

Der Wiener Professor Wilhelm Bong gründete 1924 in Binz ein katholisches Kinderferienheim. Schon 1925 wurde auch ein kleiner Kapellenbau eingeweiht. Im Ort selbst gab es aber nur eine einzige katholische Familie. Im Sommer wurde der Gottesdienst durch Urlaubspriester gehalten, im Winter in unregelmäßigen Abständen von Bergen aus. Erst als in den 30er Jahren das riesige KdF-Heim in Prora gebaut wurde, zogen katholische Bauarbeiter und Architekten mit ihren Angehörigen nach Binz. Prof. Bong starb 1938 und wurde auf eigenen Wunsch auf dem Binzer Friedhof begraben. 
Für die nach dem Krieg vor allem aus dem Sudetenland und Ostpreußen einströmenden Vertriebenen wurde im März 1946 Kaplan Karl Heinz Möbius (1946-54) nach Binz berufen und mit etwa 1.000 Katholiken eine Lokalie begründet.
33 Jahre lang, von 1963-96, wirkte Pfr. Kurt Ponikewski in der Gemeinde. Unter ihm wurde die Kapelle 1965/66 vergrößert. Sie ist ein schlichter langgestreckter Flachbau ohne architektonische Besonderheiten, geweiht der "Stella Maris", der Gottesmutter als Stern auf dem Meer, der dem Schiffer Orientierung gibt. 1997 wurde eine restaurierte Marienfigur eines italienischen Meisters von Ende des 19. Jahrhunderts wieder im Altarraum aufgestellt.
Über die vielen Jahre war die kleine Kapelle mit 75 Plätzen viel zu klein geworden, um insbesondere während der Saison alle Gottesdienstbesucher zu fassen. 1995 begannen erste Planungen für einen Erweiterungsbau. Im Mai 2009 erfolgte der erste Spatenstich, die Grundsteinlegung im September 2009. Der Entwurf stammt von dem Stralsunder Architekten Burkhardt Eriksson und bezieht die bisherige Kapelle aus dem Jahre 1925 mit ein.
Der neue tropfenförmige Kirchenraum teilt die alte Kapelle in zwei Abschnitte. Auf der einen Seite befinden sich das Beichtzimmer und der Technikraum auf der anderen Seite sind Foyer und Sakristei. Der helle Erweiterungsbau wurde in Holzbauweise ausgeführt.
Die Künstlerin Evelyn Körber wurde mit der Innenraumgestaltung beauftragt.
Altar, Ambo und Gabentisch sind aus Gotlandstein gefertigt, einem für den Ostseeraum charakteristischen hellgrauen Kalkstein. Der vorhandene Tabernakel wurde restauriert und vor einem großen gläsernen Kreuz, das an eine Monstranz denken lässt, aufgestellt. Die Gemeinde nimmt auf gebogenen Holzbänken Platz. Eine elektrische Kleinorgel untermalt den Gottesdienst. An der Wand hängen die vierzehn Kreuzwegstationen als moderne Malereien gestaltet.
Die Madonnen-Figur erhielt ihren Platz im Eingangsbereich.
Am 08. Januar 2011 weihte Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky die vergrößerte katholische Kirche Stella Maris in Binz auf Rügen.