Dorfkirche Ziegendorf

Erstmals urkundlich als "Tseghendorp" 1392 erwähnt, überdauerte die mittelalterliche Kirche die Wirren des 17. Jahrhunderts nicht. Der heutige, rechteckige  Fachwerkbau wurde 1703 errichtet; diese Jahreszahl ist auf der Ostseite in den Giebelbalken geschnitzt.
Der vormals an der Kirche stehende Glockenturm wurde nach einem Brand, nun freistehend, an der Nordseite wiedererrichtet. Dafür befindet sich nun eine kleine Eingangsvorhalle am Westgiebel. Der Zugang zur Kirche erfolgt aber über das Südportal.
Die rechteckigen Fenster sind an den Längsseiten paarig angeordnet, in der Ostwand sitzen zwei Einzelfenster und im Giebel sind noch zwei kleine Fensteröffnungen.
Der Innenraum ist flachgedeckt.
Besonderheit der Ausstattung ist ein barocker Taufengel, der zur Zeremonie von der Decke herabgelassen werden kann. In seinen Händen hält er einen Kranz, in den eine Taufschale eingelegt werden kann.
Am Gestühl befindet sich die Jahreszahl 1697.
Eine umfangreiche Sanierung der Kirche konnte 1998 durch Spendenmittel vorgenommen werden.
Der mittlerweile begrünte Kirchhof ist von einer flachen Feldsteintrockenmauer umgeben; auf der Nordseite stehen noch zwei alte Grabwangen aus dem 19. Jahrhundert. Vor dem Kirchhof steht im Osten ein großer Findling, der als Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges gestaltet wurde.
Der Friedhof der Gemeinde befindet sich in der Seitenstraße am Ortseingang (Am Sportplatz 1). Dort steht auf dem aktuellen Bereich eine moderne Trauerhalle und auf dem historischen Bereich findet man eine Grabstätte für in den letzten Kriegstagen gefallene unbekannte deutsche Soldaten. 

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001