Dorfkirche Herzfeld (Gemeinde Karrenzin)

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes "Hertesvelde" fällt in das Jahr 1306. Der Name leitet sich von dem mittelniederdeutschen Wort "Herte" für Hirsch ab. Das für die kleine Kirche mit dem dreiseitigen Ostschluss verwendete Baumaterial, z.T. sehr goße und grob behauene Feldsteine, deutet auf die Einbeziehung eines mittelalterlichen Vorgängerbaus hin. Die Bauausführung datiert auf das Jahr 1787. Für die barocke Errichtungszeit spricht auch der achtseitige Fachwerkturmaufsatz, die Putzfaschen am korbbogigen Südportal und die korbbogig geschlossenen Fensterleibungen. Die zweibahnigen spitzbogigen Fenster mit gefasten Backsteinleibungen und der kleine Backsteinvorbau am Westgiebel tragen aber neugotische Züge. Im Turm hängen zwei Glocken, eine von 1799, die andere 1922 gegossen. Der Innenraum ist mit einer Bretterdecke flachgedeckt. Die Ausstattung ist bauzeitlich barock. Der Kanzelaltar ragt bis unter die Decke. Die Westempore wird von kräftigen Eichenholzständern getragen. Die Orgel ist ein Werk von Friedrich Wilhelm Winzer aus dem Jahr 1870. Der weitläufige Kirchhof wird von hoch aufragenden Bäumen gesäumt. Im Westen gegenüber der Kirche wurde ein Platz für die Errichtung des Kriegerdenkmals gewählt; dort befindet sich auch ein Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalt der Jahre 1939-1945. Der Friedhof der Gemeinde befindet sich am östlichen Dorfrand im Friedhofsweg. Die Besonderheit dort ist die strahlenförmige Anordnung der Gräber um eine zentrale Kreismitte. 

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001