Dorfkirche Stolpe b. Parchim

Urkundlich wird Stolpe im Jahr 1274 erstmals erwähnt. Die Filialkirche von Brenz wurde 1796 anstelle eines Vorgängerbaus unter Verwendung der alten Feldsteine errichtet.
Am Westgiebel finden sich die Initialen von Friedrich Franz, Herzog zu Mecklenburg, mit Krone und eben dieser Jahreszahl 1796.
Die barocke  Errichtungszeit der kleinen Saalkirche mit polygonalem Ostschluss widerspiegelt sich auch an verputzten Ecklisenen, den Faschen an Fenstern und Portalen und dem quadratischen Fachwerkturmaufsatz mit Pyramidendach.
Im Turm hängen zwei Glocken, die kleinere stammt aus dem 19. Jahrhundert, die größere Stahlgussglocke wurde 1929 für die 1918 "fürs Vaterland geopferte" Bronzeglocke gestiftet.
Im Innern empfängt den Besucher ein schlichter aber freundlicher Kirchenraum, der von einer flachen Holzdecke überzogen ist. Im Zentrum steht ein gemauerter Altartisch mit einem einfachen Kreuz darauf. Historische Ausstattungsstücke sind lediglich die vier kleinen Schnitzfiguren an der Südostwand und der schmucklose Kanzelkorb.
Die Schnitzfiguren stammen vermutlich aus einem mittelalterlichen Flügelaltar und stellen Apostel dar. Möglicherweise wurden diese vier Figuren in nachreformatorischer Zeit ausgewählt, um die vier Evangelisten zu verkörpern, zumindest ist der Apostel (und Evangelist?) Johannes am Giftbecher erkennbar.
Auf der Westempore steht eine Orgel, die der Hoforgelbauer Carl Börger aus Rostock-Gehlsdorf im Jahr 1896 fertigte.
Unter der Empore ist seit den Instandsetzungsarbeiten 1995/96 eine Winterkirche eingerichtet. Die Kirche ist mit einem Friedhof umgeben. Im Süden steht vor der Kirchhofmauer ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Der Veteranen der Kriege 1813 und 1870 wird mit einer inzwischen abgehängten Gedenktafel in der Kirche gedacht.

 

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001