Dorfkirche Muchow

Eine Kirche wird in Muchow bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Das heutige Bauwerk, eine neugotische Kreuzkirche, wurde nach Plänen vom Hofbaurat Gottfried Ludwig Möckel in den Jahren 1891/92 aus roten Ziegeln errichtet.
Der kräftige Westturm wird bis ins Obergeschoss durch getreppte Strebepfeiler gestützt, wesentlich kleinere gliedern den gesamten Bau, der im Osten polygonal schließt. Die Giebel der Seitenschiffe sind mit Spiegelblenden bzw. -fenstern geschmückt.
Unter der Traufe verläuft ein Zierband aus glasierten Steinen.
Die zweibahnigen Fenster sind mit Scheitelringen versehen.
Das Geläut im Turm besteht aus zwei Stahlgussglocken von 1922. Die Schildgiebel des achtseitigen Spitzhelms sind mit Ziffernblätter der Turmuhr gefüllt. Über dem Eingangsportal auf der Westseite sitzt ein großes Rosettenfenster.
Das Kirchenschiff ist flachgedeckt, der Chor hat ein siebenrippiges Kreuzgewölbe, dessen Schlussplatte das goldene Lamm Gottes zeigt. Chorgewölbe, Seitenschiffe und Fensterbänke sind mit Weinlaubranken bemalt.
Die Ausstattung ist bauzeitlich. Das Altargemälde von 1892 mit der Darstellung "Christus am Kreuz" ist eine Kopie von Ernst Pfannschmidt aus Düsseldorf.
Weinlaubranken zeigen auch die Schnitzereien der Kanzel. Die Taufe aus Industriestein trägt eine versilberte Taufschale. Das Gemeindegestühl ist noch original erhalten. Auf der Westempore steht die 1892 von Carl Börger gebaute Orgel. Das einmanualige Instrument mit Pedal und neun Registern wurde 1995 restauriert.
Vor dem Zugangsweg zum Kirchhof steht ein Kriegerdenkmal auf einem Granitsteinsockel. Zwei Namenstafeln nennen die Gefallenen der beiden Weltkriege. Das Denkmal wurde 1921 nach einem Entwurf von Prof. Wilhelm Wandschneider aus Plau am See errichtet. Dass dieser bedeutende Künstler seiner Zeit (1866-1942), der neben den Figuren am deutsch-französischen Ehrenmal in St. Quentin (1915) auch zahlreiche figürliche Gefallenendenkmale z.B. in Schwerin, Rostock, Malchow, Goldberg oder Crivitz schuf, ein so schlichtes Denkmal für ein eher bedeutungsloses Dorf wie Muchow errichtete, zeugt von der Perspektivlosigkeit und materiellen Not insbesondere von Künstlern in den schweren Jahren unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs.
Der Friedhof der Gemeinde befindet sich am Ortsausgang (Neustädter Straße 52). Dort steht eine Trauerhalle. Auf dem Gräberfeld finden sich auch zwei Grabstellen von Opfern der letzten Kriegstage.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001