Dorfkirche Alt Brenz (Gemeinde Brenz)

Der Ort wird 1361 erstmals urkundlich erwähnt und ist der ursprüngliche Pfarrsitz der Kirchengemeinde, das bedeutet, dass es in Brenz bereits früher eine Kirche gab.
An der Stelle dieses Vorgängerbaus wurde 1881 nach Plänen des Hofbaurates Krüger eine Backsteinkirche mit Westturm im neugotischen Stil errichtet.
An das Langhaus schließt sich im Osten eine polygonale Chorapsis an. Der gesamte Bau wird durch getreppte Strebepfeilern gegliedert. Durch die nördlichen und südlichen Sakristeianbauten besitzt die Kirche einen kreuzförmigen Grundriss. Die aufwendig gestalteten Staffelgiebel an Ost- und Westseite sowie an den Sakristeianbauten unterstreichen die schöne Außenarchitektur der Kirche. Zierfriese unter der Traufe, Spitzbogenblenden und die zweibahnigen Fenster mit Scheitelring sind typische Stilelemente der neugotischen Bauweise.
Der im Untergeschoss quadratische Westturm mit kräftigen, diagonal gestellten Strebepfeilern geht in eine achtseitige Glockenstube über und wird durch einen kupfergedeckten Spitzhelm abgeschlossen. Das westliche Stufenportal sitzt in einer wimpergartig übergiebelten Wandvorlage.
Während die Chorapsis gewölbt ist, wird das Langhaus von einer hölzernen Deckenkonstruktion im Stil der englischen Gußeisenarchitektur überspannt. Der Innenraum ist backsteinsichtig und benötigt durch die weiße Ausmalung der Blendfelder kaum zusätzlichen Schmuck. Die Ausstattung ist bauzeitlich im neugotischen Stil gehalten. Der Altaraufsatz mit dem 1881 von Carl Suhrland geschaffenen Altarbild von der Kreuztragung Christi ist mit reichem Maßwerk und Fialen geschmückt. Der gemauerte Altartisch wird von durchbrochenen Altarschranken gerahmt. Auf dem Altar stehen kunstvolle Leuchter und ein geschnitztes Kruzifix. Die Kanzel mit Fuß und Aufgang, besonders aber der Schalldeckel sowie die Gestühlswangen sind ebenfalls mit neugotischem Maßwerk und Fialaufsätzen geschmückt. Vor dem Altar steht ein Taufbecken aus Sandstein mit einer Taufschale aus Messing. In das südliche und in das nördliche Fenster der Apsis sind zwei moderne Kabinettscheiben eingesetzt worden, die im Jahr 2012 geschaffen wurden. Auf der Westempore steht die von Friedrich Friese (Friese III) 1881 gebaute Orgel mit neugotischem Prospekt. Auf der Empore findet man noch eine Gedenktafel an die Veteranen der Kriege gegen Napoleon in den Jahren 1808 bis 1815. Im Turm steht das Uhrwerk der Turmuhr.
Die Kirche ist von einem weitläufigen Friedhof umgeben. Gegenüber der Kirche steht das Pfarrhaus mit Gemeinderäumen und dem Wohnsitz der Katechetin. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges steht außerhalb des Kirchhofes im Osten auf einem separaten Platz.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001