Dorfkirche Groß Bisdorf (Gemeinde Süderholz)

Mit dem Bau des aus Feldsteinen errichteten Chors der dreischiffigen Backsteinhalle wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen.
Das Langhaus und die Nordsakristei der stattlichen Hallenkirche stammen aus dem Ende des 14. Jahrhundert. Die Portale der Priester- und Laienpforte auf der Südseite und die Fensterleibungen haben mehrfach gestufte Gewände.
Der Turmaufsatz aus Backstein über einem Feldsteinuntergeschoss wurde im 15. Jahrhundert im Westen angefügt. Der spitze Helm ist mit Kupferplatten gedeckt und weithin sichtbar.
Die Nordsakristei ist in das Dach des Chores eingebunden. Im Innern ist sie kreuzrippengewölbt. Eine Tür auf der Ostseite wurde später eingesetzt, der Zugang zum Kircheninneren wurde vermauert, so diente die Sakristei wohl eine gewisse Zeit als Leichenhalle und heute als Abstellraum.
Der Chor besitzt ein Kreuzrippengewölbe; das Schiff ist mit einer hölzernen Halbtonne verschlossen. Beeindruckend sind ihre naiven barocken Malereien aber schon. An der Ostwand des Chores und des Schiffes sind Reste von mittelalterlichen Wandmalereien freigelegt worden.
Die Innenausstattung ist aus der Zeit des Frühbarocks.
Die Kanzel wurde 1703 errichtet und zeigt Reliefs der Evangelisten vor interessanten Landschaftsgemälden mit Kirchen. Auch am Aufgang sind weitere Gemälde angebracht.
Der barocke Altaraufsatz zeigt im Mittelbild eine Kreuzigungsszene.
Die Patronatsloge an der Südwand des Kirchenschiffs ist ebenfalls mit naiven Gemälden geschmückt, die Szenen aus dem Alten Testament darstellen. Während bei der Renovierung des Innenraumes in den 1960er Jahren die Patronatslogen aus dem Altarraum entfernt wurden, blieb jene im Kirchenschiff erhalten.
Im Altarraum gibt es an der Nordwand noch eine kleine Tür in beträchtlicher Höhe. Es könnte sich hier noch um den Zugang zur Patronatsempore handeln.
Die Nische mit Holztür in der Ostwand ist eine mittelalterliche Sakramentsnische, die zur Aufbewahrung der liturgischen Gefäße diente. Unklar ist die Bedeutung der Schnitzfigur des Hl. Petrus, aufgestellt südlich hinter dem Altar. 
An der Ostwand des nördlichen Seitenschiffs hängt ein Triumpfkreuz. An der Nordwand hängt zudem noch eine schöne Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus dem Kirchspiel.
Auf der Westempore steht eine Orgel vom Orgelbaubetrieb Friedrich Albert Mehmel Sohn aus Stralsund (mit einer Filiale in Wismar). Das zweimanualige Instrument wurde vermutlich nach dem Tod des 1881 zum Hoforgelbauer von Mecklenburg-Strelitz ernannten F.A. Mehmel von seinem Sohn Paul gebaut. Opus 180 und die Aufschrift lassen eine Entstehungszeit zwischen 1888 und 1894 vermuten.
Den Zugang zum Kirchhof vermittelt ein barockes Friedhofsportal (1784) mit großer und kleiner korbbogiger Öffnung und einer von toskanischen Pilastern gegliederten Putzfront.
Der Kirchhof ist als Friedhof gestaltet, an der nordöstlichen Friedhofsmauer steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Quellen:
Dorfkirchen Landeskirche Greifswald, Buch, Norbert Buske, Gerd Baier, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1984, 1987 2. Auflage
Von Der Recknitz Bis Zum Strelasund - Offene Kirchen I, Broschüre, Jana Olschewski, Thomas Helms, Thomas Helms Verlag Schwerin, 2006