Dorfkirche Golm (Gemeinde Groß Miltzow)

Rechteckiger Feldsteinquaderbau errichtet um 1350 mit einem Granitportal an der Westseite.
Der Fachwerkturmaufsatz kam nach dem Dreißigjährigen Krieg hinzu.
Der Ostgiebel hat eine frühgotische Staffelblende und fünf kleine Fialaufsätze, die aber wohl bei einer Renovierung in jüngerer Zeit hinzukamen. Aus dieser Zeit stammen wohl auch die veränderten Fenster.
Auf der Südseite befindet sich eine kleine Eingangsvorhalle und ein kräftiger abgeschrägter Strebepfeiler. Die spitzbogig gedrückte, urprüngliche Priesterpforte ist mit einem sehr alten Türblatt mit Kastenschloss zugesperrt.
Eine Nordsakristei wurde wohl abgebrochen, das Nordportal zugesetzt. Auch hier zeugt ein kräftiger Strebepfeiler zusammen mit den großen Arkadenbögen im Innern von einer geplanten Einwölbung. Dennoch ist der Innenraum flachgedeckt. In der Ostwand befindet sich eine mit Holztür verschlossene Sakramentsnische.
Zur Innenausstattung gehört ein Kanzelaltar im Zopfstil aus dem 18. Jahrhundert. Kastengestühl für die Gemeinde, Logen für die Herrschaften und den Pastor sowie die Westempore stellen die wesentlichen Einrichtungen im Innern dar. Die Grüneberg-Orgel ist aus dem Jahr 1911. Gedenktafeln für das Husarenregiment im Napoleon-Feldzug und die Gefallenen des Ersten Weltkriegs sowie ein runder hölzerner Kronleuchter runden die Ausstattung ab.
Im früher als Wehrturm genutzten Glockenturm ist heute eine kleine Winterkirche mit Altartisch und Lesepult eingerichtet. Hinter dem Lesepult ist auf einem flachen Betonsockel die Kuppa des mittelalterlichen Taufsteins aufgestellt.
In der Glockenstube steht ein dreijochiger Glockenstuhl, mit zwei Glocken besetzt. Die größere Eisenhartgussglocke wurde 1922 in der Firma Ulrich & Weule Apolda-Bockenem gegossen, die kleinere Bronzeglocke stammt von 1670 (lt. Inschrift als Stifter Hans Albrecht zu Mecklenburg-Güstrow?).
Die Kirche ist von einem Friedhof und einer flachen Feldsteinmauer umgeben. Eine Grabstelle erinnert an zu Ende des Zweiten Weltkriegs gefallene unbekannte Soldaten.