Dorfkirche Lindow (Gemeinde Groß Miltzow)

Die Dorfkirche in Lindow ist ein heute turmloser, rechteckiger Feldsteinbau mit einem blendengeschmückten Ostgiebel, einem Westgiebel mit modern integrierter Glockenstube und kräftigen Strebepfeilern an der Westwand.
Die Geschichte der Kirche ist eng mit der der Familie Bahlcke verbunden. Zahlreiche bauliche Veränderungen sowie Stiftung und Restaurierung der Innenausstattung gehen auf ihre Initiative und finanzielle Zuwendungen zurück.
Die Fenster wurden neugotisch verändert, mit spitzbogigen, mehrfach gestuften Leibungen.
Das Ostfenster ist dreigeteilt mit Scheitelkreis, die Schiffsfenster sind zweiteilig.
Die ursprünglich schlanke Fenstergestaltung ist noch erkennbar, da die Fenster als Blenden zugesetzt wurden. Auf der Südseite befindet sich ein Granitsteinportal.
Ein ursprünglich vorhandener Turmaufsatz wurde nach Baufälligkeit abgetragen.
Im Innern ist die Kirche flachgedeckt, obwohl Schildbögen für die Aufnahme von Gewölben vorhanden sind. Zur Innenausstattung gehören ein beeindruckender kleiner Marienschnitzaltar und eine prächtige Renaissance-Kanzel.
Der Flügelaltar zeigt im Mittelschrein eine Strahlenkranzmadonna und in den Flügeln stehen die Figuren der Apostel. Das Triptychon ist sowohl in der Predella als auch in den Flügeln wandelbar. Die Predella zeigt die klugen und törrichten Jungfrauen, aufgeklappt aber die Figuren der Kreuzigung - Christus als Schmerzensmann, flankiert von Maria und Johannes.
Die Kanzel mit Schalldeckel, Aufgang und Portal hat einen Moses als Trägerfigur. Der Korb wird von unbekleideten Putti gehalten. In den Ädikularahmen an Korb und Aufgang sind Reliefs der vier Evangelisten, von Johannes dem Täufer sowie der Apostel Petrus und Paulus angebracht. Auf dem Schalldeckel stehen mehrere Putti und Christus als Triumphator. Über dem Portal mit Abbildungen von zwei Tugenden prangt das herzogliche Wappen und die Aufschrift "H.A.H.Z.M. ANNO 1617".
Auf der Südseite im Altarraum steht ein Patronatsgestühl. In den Fußboden ist eine Grabplatte von Adolph Bahlcke (1719-1793) und seiner Frau eingelassen. In der Ostwand befindet sich eine Sakramentsnische mit Holztür.
Auf der Westempore (17.Jh.) befindet sich eine Orgel von Ernst Sauer aus dem Jahr 1859. Sie wurde 2005 von der Firma Schuke aus Potsdam restauriert. Das Gemeindegestühl stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. An den Wänden hängen Gedenktafeln für die Veteranen und Gefallenen der letzten Kriege. Von der Bretterdecke hängt ein Messingkronleuchter herab. In der Nordostecke unter der Bretterdecke wurde ein Fragment der ehemaligen Ausmalung freigelegt.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer mit Tordurchlass und Portal umgeben. Auf dem Friedhof befindet sich eine Familiengrabstätte der BAHLCKE. Ein Gedenkstein erinnert an die Toten des Zweiten Weltkriegs, elf gefallene Lindower Männer und dreizehn deutsche Soldaten sowie aller Opfer von Gewalt und Vertreibung.