Dorfkirche Rattey (Gemeinde Schönbeck)
Versöhnungskirche

Die Dorfkirche in Rattey ist ein Feldsteinquaderbau der Spätgotik und wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der Rechteckbau hat einen eingezogenen Westturm mit einer verbretterten Glockenstube und einem achtseitigen Kupferhelm. Auf der Südseite befindet sich eine kleine rechteckige Eingangsvorhalle aus Granitsteinen mit rundbogigen Portal- und Fensteröffnungen sowie kleinen Fialaufsätzen aus Ziegel. Der Anbau auf der Nordseite ist älter, das Mansarddach deutet auf eine Entstehung im 18. Jahrhundert hin. Grabplatten und -steine der Patronatsfamilie von Oertzen neben dem Anbau weisen auf eine ehemalige Familiengruft hin. Die Portale der Laien- und Priesterpforte mit ihren prächtigen Stufengewänden stammen aus der Zeit um 1400.
Der Innenraum ist flachgedeckt, obwohl die großen Wandbögen eine geplante Einwölbung erkennen lassen. Die Ausstattung ist einheitlich in Weiß gehalten. Der Marienaltar stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und erhielt eine nachträgliche Einfassung. Im Mittelteil steht ein Mondsichel-Madonna im Strahlenkranz über einer Darstellung der Heiligen Familie? In den Flügeln befinden sich Szenen rund um das Weihnachtsgeheimnis. Die bemalte Predella erzählt das Gleichnis von den klugen und törrichten Jungfrauen; an der Seite befindet sich eine kleine Holztür vermutlich als Reliquienschrein. In der Ostwand befindet sich zudem eine Sakramentsnische mit Eisentür, um die der Predigerstuhl herumgebaut wurde. Im Altarraum steht auf der Südseite ein Patronatsgestühl mit Wappen der Familien von Oertzen, der Grafen von Schwerin, von Manteufel und anderer. Die Kanzel wurde laut Inschrift von Otto v. Manteufel und seiner Frau Elsebe v. Linstaedt im Jahre 1517 gestiftet. Schalldeckel, Aufgang mit Predigerverschlag und Beichtstuhl können auch später angefügt worden sein. Die Gemeinde nimmt auf einem alten Kastengestühl Platz, im gleichen Sil ist die Westempore gehalten. Die Buchholz-Orgel wurde 1836 gebaut. Sie verdeckt mit ihrem schlichten dreiteiligen Prospekt den gewaltigen Rundbogen, in dem sich das Schiff zum Turmraum hin öffnet. Im Turm hängt eine kleine Bronzeglocke (68 cm) aus dem Jahr 1842. Gedenktafeln für die Gefallenen der letzten Kriege und den im Widerstand gegen das Nazi-Regime ermordeten Hans Ulrich von Oertzen hängen an den Wänden bzw. stehen auf der Empore. Im Turmraum ist das reich profilierte, ursprüngliche Westportal zu sehen.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteinmauer umgeben und als Friedhof gestaltet. Eine Grabstelle eines unbekannten Soldaten aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges befindet sich auf der Nordseite des Friedhofs.
Gleich hinter der Kirche in südwestliche Richtung erstreckt sich das Areal des Ratteyer Schlosses.
(weitere Quelle: Informationstafel an der Kirche)