Dorfkirche Voigtsdorf

Die von Baurat Buttel entworfene und zwischen 1853 und 1855 auf Veranlassung des damaligen Gutsherrn Ferdinand von Michael auf Voigtsdorf und Bassow gebaute Dorfkirche weist eine deutliche Besonderheit auf: Sie wurde nicht wie für Kirchen üblich nach Osten, sondern nach Westen ausgerichtet, d.h. der Turm steht im Osten der Kirche - eine Seltenheit!
Die im neugotischen Stil als Backsteinrohbau errichtete und mit einem blendengeschmückten Giebel versehene Kirche wurde im Innern durch Kriegseinwirkungen erheblich zerstört, so ist von der ursprünglichen Ausmalung fast nichts mehr erhalten. Der Innenraum ist mit einer flachen Balkendecke geschlossen. In der Ostwand prangt ein großes Rosettenfenster mit einer Krone als Glasmalerei im Mittelpunkt. Das Rundfenster mit der Krone bildet so auch gleichzeitig die Altarrückwand und den bekrönenden Abschluss des großen Altarkreuzes. Hinter dem gemauerten Altartisch befinden sich in der Ostwand drei miteinander verbundene Nischen, welche die göttliche Dreieinigkeit symbolisieren. Flankierend wirken zwei ebenerdige Spitzbogennischen in der Ostwand, welche sich in der Außenwand fortsetzen. Eine schlichte Holzkanzel mit Aufgang und Schalldeckel komplettiert die Ausstattung, zu der noch ein Harmonium, das Gemeindebankgestühl und die schlichte Westempore gehören. Zwei Gedenktafeln erinnern an die Gefallenen der Weltkriege.
Im Turm hängt eine Bronzeglocke von 1909.
Im Westen des Kirchhofes erstreckt sich ein kleiner, aktuell genutzter Friedhof. Der alte Friedhof in der Dorfmitte wird von einer Mauer und einem hohen schmiedeeisernen Tor umgrenzt. Der Friedhof ist mittlerweile geschlossen und entwidmet.
(Quelle: Informationstafel)

Quellen:
Kirchen auf der Spur... Kirchenkreis Stargard / Landkreis Mecklenburg-Strelitz, Broschüre, Landkreis MST / Kirchenkreis Stargard, Löhlein & Löhlein, Steffen-Druck, 2009