Dorfkirche Gollmitz (Gemeinde Nordwestuckermark)

Die Ersterwähnung von "Golmyz" geht auf das Jahr 1296 zurück. Nachdem die Kirche mehr als 300 Jahre stand, kam der 30jährige Krieg und mit ihm die Verwüstung des gesamten Dorfes. Noch 1687 war Gollmitz völlig menschenleer und benachbarte Dörfer gebrauchten das entweihte Gotteshaus als Viehstall. Erst Hans Ernst von Oertzen ließ in den Jahren 1710 bis 1726 die Kirche wieder herrichten und dazu noch einen hölzernen Glockenturm an der Westseite aufstellen. Die gesamte Innenausstattung stammte aus dieser Zeit. Hundert Jahre später stattete die Patronin Marianne Wilhelmine Gräfin v. Callenberg die Kirche mit weiteren Stücken aus. Im Lutherjubiläum 1883 wurde das Gotteshaus durch das Patronatsehepaar Graf und Gräfin Werner v. Arnim im zeitgenössischen Stil umgestaltet. Zuletzt führten der Patron Dr. jur. Gerhard Graf von Arnim und seine Gemahlin Margarethe die 1914 begonne Restaurierung bis ins Jahr 1925 zu Ende.
Mit dem Bau der frühgotischen Feldsteinkirche wurde noch im 13. Jahrhundert begonnen, aber nur der eingezogene Chor mit Nordsakristei und etwa die Hälfte des Schiffs wurden fertiggestellt. Auch die Ausführung ist weniger sorgfältig als bei den Nachbarkirchen, so fehlt der sonst übliche abgefasste Sockel. Die Dreifenstergruppe der Ostwand und die übrigen Fenster am Chor wurden barock verändert, im Giebel drei schlichte Putzblenden. Der Zutritt zur Kirche erfolgt über die ursprüngliche Priesterpforte an der Chorsüdseite, das Granitportal hat ein einfach gestuftes Gewände. Die Fenster der ausgeführten zwei Joche des Schiffes wurden später verkürzt. Die damals wohl nur vorläufig geschlossene Westwand hat keinen Schmuck und auch keine Öffnung.
Die Nordsakristei wurde um 1710 zu einer Gruft umgebaut.
1847 wurde der hölzerne Glockenturm abgetragen und die beiden Glocken, die vermutlich um 1300 vor Ort gegossen wurden, fanden ihren Platz in einem hölzernen Glockenstuhl, der in den Anbau der Gruft gestellt wurde. Sei dem Ersten Weltkrieg ist nur noch die kleinere der beiden Glocken (64 cm Durchmesser) vorhanden.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging der Niedergang der Kirche einher. Von der Roten Armee als Pferdestall genutzt, diente das Inventar als Brennmaterial für die Dorfbewohner und die zahlreichen, aus dem Osten eingetroffenen Flüchtlinge und Vertriebenen. Von der gesamten Ausstattung mit Altaraufsatz, Kanzel, Patronatsemporen und -logen, Gemeindegestühl, Westempore und Orgel sowie dem Taufstein und einigen Bildern ist in der heutigen Kirche nichts mehr zu sehen. Lediglich die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und die Bekrönung des Altaraufsatzes mit dem "Auge Gottes" sind im Pfarrhaus untergestellt.
Ende der 1960er Jahre war eine kirchliche Nutzung wegen der fortgeschrittenen Zerstörung nicht mehr möglich. Durch zahlreiche Aktivitäten der Kirchgemeinde wurde eine Wiedereinweihung der Kirche zu Erntedank 1971 möglich gemacht. Die Ausstattung mit Altar, Taufbecken und Kanzel aus Ziegelstein stellte nur eine Übergangslösung dar.
1995 gründete sich ein Förderverein. 1996/97 wurden die Dächer neu gedeckt und 2001 das Außenmauerwerk und die Fenster saniert. Der Künstler Werner Kothe schuf die Glasmalerei der Dreifenstergruppe in der Ostwand. 2003 wurde die Sanierungsarbeiten im Außenbereich mit der Gruft/Sakristei abgeschlossen. Zum Tag des offenen Denkmals 2007 wurde die neue Konzeption der Innenraumgestaltung vorgestellt. Altar und Taufbecken wurden aus Naturstein künstlerisch gestaltet, das über dem Altar hängende Metallkreuz stammt noch aus den 1970er Jahren. Eine getriebene Messingtaufschale (E.17.Jh.), ein silberner Kelch (18.Jh.) und zwei Empireleuchter aus Zinn gehören noch zum Inventar der Kirche.
An der Westwand und der Nordwestecke sind Weihekreuze und Wandmalereien freigelegt, Motive sind aber nicht erkennbar. Der Innenraum ist mit einer Flachdecke verschlossen.
Zur Zeit (Februar 2014) bemühen sich Kirchgemeinde und Förderverein um eine neue Bankbestuhlung.
Am südöstlichen Ortsrand (Ernst-Korff-Straße) befindet sich der Friedhof der Gemeinde. Dort steht eine schlichte Trauerhalle im neoklassizistischen Stil. Auf dem Gräberfeld gibt es eine Grabstätte, die vermutlich für gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs gemacht wurde.

Quellen:
Wehrkirche Gollmitz, Flyer, Förderverein Freundeskreis Gollmitzer Wehrkirche e.V.,