Dorfkirche Warsow

Das Dorf wird um 1345 erstmals urkundlich erwähnt, die Kirche wird um diese Zeit schon gestanden haben. Der Feldsteinbau mit Strebepfeilern aus Backstein stammt wohl aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Die vier Joche und der polygonale Ostschluss weisen eine unterschiedliche Bauqualität auf. Während die drei westlichen Joche eine recht dürftige Qualität zeigen, ist der Chor wesentlich sauberer gearbeitet. Das kann sowohl auf eine frühere Entstehungszeit des Chores hinweisen, aber auch auf eine spätere Erneuerung bzw. Sanierung, bei der auch die zweibahnigen neugotischen Fenster und die Priesterpforte auf der Chorsüdseite angebracht wurden. So zeigen auch die Strebepfeiler unterschiedliche Mauerwerke.
Auf dem westlichen Dachgiebel sitzt ein Fachwerkturmaufsatz mit schindelgedecktem achtseitigen Spitzhelm, der wohl im 18. Jahrhundert auf die Kirche kam. Sehr alt sind dagegen die beiden Glocken im Turm, sie sind auf 1399 und 1474 datiert.
Im Zuge der neugotischen Umgestaltung erhielt die Kirche einen westlichen Eingangsvorbau mit schönem Treppengiebel. Auffällig sind auch die Schornsteine der Kirchenheizung.
Der Innenraum ist mit einer flachen Holzdecke überspannt. Während der Umgestaltung in den 1970er Jahren wurde der neugotische Altaraufsatz an die Nordwand versetzt und ein schlichter Altartisch im Chor aufgestellt. Kanzel und Gestühl sowie das Taufbecken aus dem Jahre 1892 sind noch erhalten. Die Orgel wurde 1833 von Friedrich Friese (Friese I) gebaut. Sie kam aber erst 1874 von Wustrow in die Kirche nach Warsow. Aufgebaut wurde sie hier von Johann Heinrich Runge (1811-1885). Nach einer Restaurierung im Jahr 1999 durch die Firma Schmidt aus Rostock ertönt sie heute wieder in vollem Klang.
Der Kirchhof ist von einer Feldsteintrockenmauer umgeben. Der große Friedhof befindet sich am Ortsausgang (Schweriner Str. 37), kräftige Lindenbäume säumen hier die Wege.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen im Kirchenkreis Parchim, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001