Dorfkirche Ruthenbeck (Gemeinde Friedrichsruhe)

Der schlichten Feldsteinkirche sieht man an, dass sie in Zeiten der Not errichtet wurde. Den sauber geschichteten Feldsteinquaderbauten des 13. Jahrhunderts folgten im 14. Jahrhundert oftmals deutlich kleinere und wesentlich "unsauber" gearbeitete Kirchen. Kriege, Missernten und vor allem die Pest hatten die Landbevölkerung dahingerafft und die Armut, auch der Klöster und Adligen, vergrößert.
Das Gutsdorf hat häufig den Besitzer gewechselt und ging 1752 in landesherrlichen Besitz über. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch der verbretterte Glockenturm an der Westseite. In ihm hängen zwei Glocken.
Schmuckelemente, wie Strebepfeiler, Fensterleibungen und Portalgewände sowie einige wenige Blenden am Westgiebel sind in Backstein ausgeführt.
Der Innenraum wurde 1988 durch beachtliche Eigenleistungen der Kirchgemeinde umfangreich renoviert. Dabei wurde die schlichte bäuerliche Ornamentmalerei der Balkendecke auf den Seitenwänden fortgeführt. Durch die Wiederholung der Farben in der übrigen Ausstattung, wie Altarschranken, Verschlag, Kanzel und Gestühl, wirkt der Kirchenraum sehr harmonisch und in sich geschlossen. Auf dem Altartisch steht ein einfaches hölzernes Kruzifix.
Der Kirchhof wird von einer Feldsteintrockenmauer begrenzt. Im westlichen Teil ist ein kleiner Friedhof angelegt, am Rand steht eine grauverputzte Trauerhalle.
An der Straßenecke steht unter einer Gedächtniseiche das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Der aufgeschlagene und polierte Granitfindling nennt die Namen und Sterbedaten der gefallenen und vermißten Gemeindemitglieder.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001