Dorfkirche Tramm

In der Dorfmitte, auf einer kleinen Erhebung, steht die schlichte spätgotische Kirche, die schon seit dem Mittelalter eine Filiale der Pfarre Zapel ist. Der schmucklose, rechteckige Bau wurde aus Mischmauerwerk im 15. Jahrhundert errichtet. Das Südportal und die zweiteiligen Fenster zeigen gestufte Gewände. In der Ostwand zudem noch zwei rundbogige  zugesetzte Fenster, darüber hinaus kreisrunde Blenden.
An der Westseite ist ein niedriger hölzerner Glockenturm angefügt. In ihm hängt eine Bronzeglocke, die 1853 vom Wismarer Gießer D.M. Hausbrandt gegossen wurde.
Die Kirche hat ein Satteldach, das im Osten abgewalmt ist.
Der Innenraum ist mit einer flachen Holzbalkendecke verschlossen.
Der ursprünglich vorhandene Kanzelaltar wurde auseinander genommen und die Kanzel separat aufgestellt. In den Wangen des barocken Kanzelkorbes befinden sich gemalte Darstellungen der vier Evangelisten und Bibelsprüche; der Schalldeckel zeigt den Geist Gottes in Gestalt einer Taube. Auf dem schlichten Altartisch steht heute ein hölzerner Schrein, in den acht Figuren eines älteren Schnitzaltares gestellt sind. Darüber steht eine Kreuzigungsgruppe mit einem geschnitzten Korpus aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Vor dem Altar steht eine Schranke aus Balusterbrettern. Vier weitere Schnitzfiguren stehen in einem Rahmen an der Nordwand. Darüber hängen zwei Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Tramm und Dahlenbüschen. In der Nordostecke des Chores steht ein Beichtstuhl im Stile der Kanzel. An Ost- und Südwand sind szenische Wandmalereien aus der Entstehungszeit der Kirche freigelegt. Von besonderem Interesse ist das Gestühl der Kirche. Zwei der mit bäuerlich-derben Flachschnitzereien verzierten Gestühlswangen sind datiert. Eine Wange mit der Darstellung des hl. Laurentius trägt die Jahreszahl 1584, eine andere mit Stifternamen stammt von 1688. Auf der zur Winterkirche umgebauten Westempore hat eine moderne Kleinorgel ihren Platz eingenommen.
Der Kirchhügel wird von einer Feldsteintrockenmauer umschlossen. Im Osten steht ein verwittertes Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den deutsch-französischen Krieg von 1870/71. Es soll demnächst restauriert werden. Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs steht an der Straßenkreuzung in der Ortsmitte. Der Friedhof mit Trauerhalle befindet sich am nordwestlichen Ortsrand, nicht weit von der Kirche entfernt.

Quellen:
Dorfkirchen in Mecklenburg, Buch, Horst Ende, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 1975
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001