Dorfkirche Sukow (b. Pinnow)

Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1348. Graf Nikolaus von Schwerin verkaufte das Dorf an seinen Crivitzer Burgmann Marquard Clawe, der zugleich die Genehmigung zur Gründung einer Vikarei erhielt, da die Sukower in Crivitz eingepfarrt waren und keine eigene Kirche hatten. Doch erst mit der Umpfarrung 1560 nach Pinnow erhielt der Ort eine Kapelle und im Juni 1586 auch einen Prediger. Die Kapelle fiel wohl dem 30jährigen Krieg zum Opfer, lediglich die eine der heutigen drei Glocken stammt aus diesem Gotteshaus - die Dorfbewohner hatten sie sicherheitshalber vergraben. Im Jahr 1698 wurde eine neue Kapelle errichtet, das verrät uns die Jahreszahl auf der alten Wetterfahne. Doch bereits nach weniger als 200 Jahren wurde die Kapelle wieder abgerissen. Die heutige neugotische Backsteinkirche wurde in den Jahren 1880-1883 nach einem Entwurf von Baurat Theodor Krüger aus Schwerin über einem kreuzförmigen Grundriss errichtet. Der schlanke Westturm, die polygonale Chorapsis und die beiden seitlichen Anbauten sind zusammen mit dem einschiffigen Langhaus mit zahlreichen neugotischen Details geschmückt und durch getreppte Strebepfeiler gegliedert. In der Glockenstube hängen noch zwei weitere Glocken aus dem Jahr 1969, die die beiden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen ersetzten. Die Chorapsis ist von einem Rippengewölbe überspannt. Das Kirchenschiff zeigt eine hölzerne Dachkonstruktion im Stile der englischen Gußeisentechnik. Die Inneneinrichtung stammt aus der Erbauerzeit. Im neugotischen Altaraufsatz zeigt ein Gemälde die Qualen Jesu im Garten Gethsemane am Ölberg kurz vor seiner Gefangennahme. Die hölzerne Kanzel mit Aufgang und Schalldeckel sowie die achteckige Taufe aus Industriestein sind ebenfalls neugotisch gestaltet. In einer Spitzbogenblende an der Südostwand des Schiffes hängt die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Darunter wurde ein vielleicht aus dem Vorgängerbau stammender Altaraufsatz mit Kreuzigungsgemälde und Predellabild vom Abendmahl aufgehängt. Die Orgel auf der Westempore wurde mit dreiteiligem neugotischen Prospekt 1908 von Marcus Runge gebaut. Im Osten der Kirche erstreckt sich der Friedhof. Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs steht einige Meter von der Kirche entfernt am Straßenrand.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001