Kapelle Graal-Müritz (Ostseebad)
St. Ursula im kath. Kinderferienheim

Die Kirche ist Teil einer gleichnamigen Familienferienstätte. Diese wurde in den Jahren 1993 bis 1995 durch umfangreiche Abbruch- und Umbauarbeiten sowie einer Entkernung des Hauptgebäudes neu gestaltet. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde die Kirche errichtet und am 29. April 1995 geweiht. Die Namenspatronin ist die Hl. Ursula von Köln, ihr Name erinnert aber auch an Ursula von Mecklenburg (1510-1586), die neunte und letzte Äbtissin des Ribnitzer Klarissenklosters.
Die Inneneinrichtung wurde vom Berliner Bildhauer Paul Brandenburg entworfen. Für ihn war es der erste Auftrag in den neuen Bundesländern. Er gestaltete das Ambo, den Altarblock, das Kreuz sowie den Tabernakel. 
Der Altar steht im Mittelpunkt des Raumes und enthält einige Reliquien. Er wurde aus einem einzigen Stück grünen Anröchter Stein gearbeitet. Unterhalb der Altarplatte befindet sich ein Wellenband, welches die gesamte Platte umschließt und den Block hinunterfließt. BRANDENBURG will damit auf die religiöse Symbolik des Wassers in allen Weltreligionen hindeuten.
An der linken Wandseite ist ein Kreuzweg mit den traditionellen 14 Stationen angebracht.
Die Bleiglasfenster wurden 1994 vom Nettetaler Künstler Johannes Beeck entworfen. Er schuf in der Altarzone acht hochrechteckige Fenster, die Teil einer Gesamtkomposition sind. Die beiden äußeren Fenster sind von einem blauen Streifen gerahmt, der sich links und rechts sowie in der Sockelzone wiederfindet. Dieser ist in den beiden seitlichen Fenstern hell- und dunkelblau eingefärbt. Vor dem grauen Untergrund wechseln sich rote und violette Streifen in unterschiedlicher Breite ab, die nach unten hin durch den blauen Sockel begrenzt sind. In den Zwischenräumen wurden weiße und rote Glasprismen an Bleiruten aufgefädelt, die sich nach oben hin in organische, opakweiße Formen auflösen. Innerhalb dieser Formen finden sich einzelne Bleiruten mit roten Glasprismen. Durch diese Gestaltung entsteht beim Betrachter der Eindruck eines weichen Übergangs zwischen den einzelnen Bereichen des Fensters.
Die Familienferienstätte wurde bereits zu DDR-Zeiten von der katholischen Kirche betrieben. In dem Haus wirken seit vielen Jahren die Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens. Gründer dieser 1920 auf dem Gut Nette entstandenen Ordensgemeinschaft war Erzbischof Dr. Wilhelm Berning (1877-1955), von 1914 bis 1955 Bischof der Diözese Osnabrück.
Bereits am 2. Januar 1922 wird in Graal-Müritz die erste Niederlassung der Kongregation errichtet. Später, in den Zeiten der deutschen Teilung, wird in Schwerin ein Noviziat errichtet.