Dorfkirche Sülte (Gemeinde Sülstorf)

Der Name 'Sülte' kommt aus dem Slawischen und deutet auf ein Salzvorkommen hin; Reste einer Anlage zur Salzgewinnung wurden bei Erdarbeiten auch freigelegt. Aus dem Ritterhof im 14. Jahrhundert entwickelte sich eine Besitzung mit wechselnden Eigentümern, die 1627 durch Herzog Adolph Friedrich zur Landesdomäne erklärt wurde. Von der Vorgängerkirche gibt es wenig zu berichten, außer dass sie 1705 verfallen war. Die heutige Kirche ist ein kleiner Backsteinbau aus den Jahren 1870/71. Der von Baurat Theodor Krüger entworfene Bau schließt im Osten polygonal mit einer Chorapsis ab. Im Westen wurde ein schlanker Turm vorgesetzt. In der offenen Glockenstube hängt eine kleine Glocke aus dem Jahr 1792, welche allerdings nur 'gebeiert', also mit dem Klöppel gegen die Glocke geschlagen werden kann. Schiff und Apsis werden durch getreppte Strebepfeiler gegliedert. In der Traufe umläuft ein Zierfries den Baukörper. Dem Westturm wurde noch eine übergiebelte Wandvorlage mit Eingangsportal vor- und südlich ein Nebenraum angesetzt. Der Innenraum wird von einer tonnenartig gewölbten Holzkonstruktion überspannt. Die hölzerne Ausstattung stammt aus der Erbauerzeit. Das Altarbild des Malers Goissant ist ein Geschenk des Großherzogs. Vor der Kirche erstreckt sich ein kleiner Friedhof. Eine Grabstätte erinnert an sechs am 30. April 1945 gefallene deutsche Offiziere und Soldaten. Etwas abseits der Kirche steht im Norden das imposante Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Mutterkirche befindet sich in Sülstorf, wo auch der Amtssitz der Gemeinde ist.

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001