Dorfkirche Sülstorf

In einer Schenkungsurkunde der Grafen v. Schwerin an den Johanniterorden wird der Ort 1217 erstmals erwähnt. Der Ort wurde zunächst Sitz einer Komturei, die später in das benachbarte Dorf Kraak übersiedelte. Mit der Reformation wurde der gesamte Besitz von Herzog Johann Albrecht zur Landesdomäne erklärt. Die Kirche wurde unmittelbar nach der Ansiedlung des Ordens, wohl noch 1217, errichtet. Über einem Feldsteinfundament erhebt sich ein länglicher Saalbau mit polygonalem bzw. fast rundem Ostschluss, der später mehrfach verändert wurde. Das Dach ist mit Biberschwänzen gedeckt. Die giebelgeschmückte Südsakristei wurde erneuert. Der nördliche Anbau mit Fachwerkgiebel stammt aus dem 17. Jahrhundert. 1775/76 erfährt die Kirche eine umfangreiche Renovierung. 1806 wird die Kirche von durchziehenden Franzosen geplündert. Im Ersten Weltkrieg werden drei Glocken abgenommen und eingeschmolzen. Bei einem Brand 1979 wird die Kirche, insbesondere der hölzerne Westturm und die gesamte Innenausstattung, vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau der Kirche wurden Fresken aus dem 15. Jahrhundert entdeckt und freigelegt. Die Einweihung der Kirche kann am 3. Juni 1984 erfolgen. Der Innenraum wird nun von einer flachen Holzdecke überspannt. Der spätgotische Flügelaltar mit wertvollen Schnitzfiguren stammt aus der abgetragenen Kirche in Zweedorf. Die bemalte Predella zeigt neben Christus als Schmerzensmann die vier Kirchenväter Augustinus, Gregor, Hieronymus und Ambrosius. Die Flügelrückseiten sind ebenfalls bemalt, aber bereits stark beschädigt. Zur Ausstattung gehört noch ein hölzerner Taufständer mit Deckel. Die Orgel an der Westwand wurde 1985 von der Firma Schuke Orgelbau in Potsdam gebaut und im selben Jahr eingeweiht. Im Jahr 2001 erfolgt auch der Aufbau eines neuen hölzernen Westturmes, der am 10. November eingeweiht wird. Am 21. April 2004 werden die neuen Glocken in den Turm eingebracht und am 9. Mai 2004 geweiht. Die Gemeinde nimmt Platz auf einfachen Holzbänken. Der Zugang zu den Anbauten erfolgt aus dem Kirchenraum über schwere Holztüren. Über dem Westportal befindet sich ein Rosettenfenster mit einer modernen Glasmalerei zum Geheimnis der Weihnacht. Der Platz um das Gotteshaus ist begrünt und ist von einer niedrigen Feldsteintrockenmauer umgeben. Ein neuer Friedhof mit weltlicher Trauerhalle befindet sich in südöstlicher Richtung. In der Mitte des Dorfes steht ein eindrucksvolles Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und einer Gedenktafel für die Opfer des Zweiten Weltkriegs. Das Denkmal wurde bereits 1920 errichtet und geweiht.
(weitere Quellen: geschichtlicher Abriss in der Kirche)

Quellen:
Dorf- und Stadtkirchen Wismar-Schwerin, Buch, ZEBI u. START e.V., Edition Temmen, 2001