Begräbnisstätte Niederhof (Gemeinde Sundhagen)
jüdischer Friedhof

Borante von Putbus gründet Boranteshagen (Brandshagen) und lässt die Kirche bauen. Er selbst baut sich ein "Vestes Haus" in Nedderhof (Niederhof). 1628 bauen Wallensteins Truppen bei der Belagerung Stralsunds eine Schanze in Niederhof. 1757 erhält der schwedische Kammerrat Joachim Ulrich Giese aus Stralsund das Gut Niederhof und lässt sich 1761 ein kleines Rokokoschloss mit Park und Rosengarten erbauen. Als GIESE 1780 stirbt, wird der Besitz verkauft und wechselt von nun an häufig den Besitzer. 1791 gelangt Susanne Caroline von Walsleben aus Carlsburg, später verheiratete NORMANN, in den Besitz, danach ihre Tochter Carola von Bohlen. Mit deren Tod gelangt Niederhof 1859 in den Besitz der Familie Bismark-Bohlen auf Karlsburg und bleibt dort bis zur Enteignung 1945. 1947 werden Kriegsflüchtlinge im Schloss einquartiert. Als ein Brand an einem Einzelofen ausbricht und die Feuerwehr im Landweg im Schlamm stecken bleibt, brennt das ganze Schloss am 6. November 1947 bis auf die Grundmauern ab. Bereits zwischen 1776, also zur Zeit der Errichtung des Schlosses durch GIESE, und 1850 kommt es zur Einrichtung eines jüdischen Friedhofes. Juden aus Stralsund, Greifswald und anderen vorpommerschen Orten war die Bestattung ihrer Toten in ihren Heimatorten zu jener Zeit nicht gestattet. Hier im Gut Niederhof war es allerdings ausdrücklich erlaubt. Die Beerdigungsgesellschaften kamen zumeist mit kleinen Schiffen am nahegelegenen Ufer an. Wieviele Menschen hier ihre letzte Ruhe fanden, ist nicht bekannt. 1990 wurden noch 60 Grabsteine oder Reste davon ermittelt. 1999 wurde die Umfriedung zum Schutz der verbliebenen 26 Grabsteine, von hohem kulturhistorischen Wert, sowie des 1964 errichteten Gedenkstein angelegt.
(Quelle: Informationstafeln am Ort)