Dorfkirche Dobra b. Police (PL) (ehem. Daber)
ehem. ev. Filialkirche von Böck

Dobra liegt im östlichen Vorpommern, an der Grenze der Ueckermünder Heide, 13 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Stettin und 20 Kilometer westlich des Marktplatzes von Police (Pölitz). 1269 wird Daber urkundlich erstmals erwähnt, als Herzog Barnim I. mit dem Camminer Bischof Hermann von Gleichen den Zehnten der Kirche und die Einkünfte des Pfarrers festlegte. Die mittelalterliche Feldsteinquaderkirche stammt demzufolge aus dem 13. Jahrhundert, wurde aber 1875 umfassend umgebaut. An die Erbauerzeit der rechteckigen turmlosen Saalkirche erinnern die saubere Schichtung der Feldsteinquader und das Granitgewände des Westportals. Die Treppengiebel an West- und Ostwand, die Anbauten der Nord- und Südwand, die spitzbogigen Fensteröffnungen und die Gestaltung der Ostwand sind Veränderungen aus dem Jahr 1875, wovon diese Jahreszahl am Ostgiebel zeugt. Im 18. Jahrhundert befand sich das Gut im Besitz der Familie von Ramin. 1727 stiftete Bogislaw Ernst von Ramin der Kirche einen reich geschnitzten Kanzelaltar. Am Ostgiebel steht ein eiserner Glockenstuhl mit einer Bronzeglocke, die 1862 in Stettin im Auftrag von Max von Ramin umgegossen worden war. Die Inschrift nennt den ursprünglichen Patron der Kirche: Landrath und Kammerherr Eduard von Ramin. Die Kirche war immer eine Filialkirche von Böck (Buk). Das Patronat hatten zuletzt die Rittergutsbesitzer PRITZEL von Böck und STOCK von Stolzenburg (Stolec). Letzter deutscher Pastor war Pfarrer Otto Ebert. 1945 wurde die Kirche entschädigungslos zugunsten der katholischen Kirche in Polen enteignet. Seit 1985 ist Dobra katholische Pfarrei mit den Filialkirchen in Buk, Redziny (Nassenheide) und Stolec und gehört zum Dekanat Szczecin-Pogodno im Erzbistum Stettin-Cammin. Interessanterweise blieb der Granitstein mit der Namensliste der Gefallenen des Ersten Weltkriegs vom ehemaligen Kriegerdenkmal in Daber erhalten; er wurde im parkähnlichen Kirchhof aufgestellt. Der ehemalige Friedhof ist nicht mehr existent, bestehen blieb bloß der große Torbogen im Osten der Kirche.
(weitere Quelle: Wikipedia 02.04.2013)

Quellen:
Pommersche Dorfkirchen, Buch, Heinrich Schulz, Verlag H.F. Beck, Herford / Westfalen, 1963